Was für eine Aufregung, die diese Woche durch die Medienbranche zog. Auslöser war eine kurze PR-Sprech-Ankündigung von Facebook, die Priorisierung der im Newsfeed dargestellten Inhalte einmal mehr zu verändern (aus Gründen ¯\_(ツ)_/¯). Zwei Jahre nachdem Facebook mitteilte, News im Feed zu priorisieren, wurde nun diese Woche wieder zurückgerudert.

Die Meldung und die Reaktionen darauf machen vor allem zwei Dinge klar.

  • Medienhäuser und damit die Journalisten sind längst abhängig vom grossen blauen Kraken. Sie sind sogar mehr abhängig, als es ihnen bewusst ist. Täglich rufen mehr als eine Milliarde Menschen weltweit den Newsfeed mindestens einmal auf und informieren sich auf diese Weise über neue Babys in der Familie aber auch Breaking News und deren Auswirkungen auf unsere Welt.
  • Facebook und nicht die Medienhäuser (!) hat den direkten Draht zu den Nutzern. Das lässt Facebook seine «Partner» immer mehr spüren und zeigt damit: Wer nicht nach den Regeln der Kunst spielt, wird nicht überleben.

Was wird damit bezweckt?

Facebook will, dass Medien-Anbieter ihre Inhalte noch stärker in die Welt von Facebook integrieren simple Links sollen aussterben. Stichworte dazu sind Instant Articles, native Videos und Livestreams. Gleichzeitig ist die neuste Änderung auch ein Rückbesinnen auf den ursprüngliche Gedanken von Facebooks: Menschen miteinander zu verbinden – neu übrigens sogar in 44 verschiedenen Sprachen.

Medienhäuser müssen also noch stärker als früher darauf abzielen, dass ihre Inhalte nicht nur über die eigenen Communities geteilt werden, sondern User die jeweiligen Inhalte selbst direkt posten. Wetten, dass auch hierzu demnächst von Facebook eine «einfache» Lösung präsentiert wird, um die Abhängigkeiten noch klarer zu machen.

Update 4. Juli 2016

Passend dazu hat Facebook in den letzten Tagen ohne grosse Kommunikation den Call-to-action-Button bei Videos abgestellt. Ganz unter dem Motto: Lieber nicht mehr raus aus diesem Universum.

 


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