Veröffentlicht am: 3. September 2012 durch Konrad Weber
 

Unterwegs im Internet werden wir täglich, stündlich oder gar minütlich mit einer Flut von Informationen zugedeckt. Umso wichtiger sind Journalisten, die für ihre Nutzer die digitale Spreu vom Weizen trennen und Inhalte aus dem Internet sinnvoll kuratieren.

Storify – das Tool für Journalisten, die im Internet Inhalte kuratieren. Foto: Rob124/flickr
Storify – das Tool für Journalisten, die im Internet Inhalte kuratieren. Foto: Rob124/flickr

 

Ein Tool, das sich zum Aussortieren und Zusammenstellen neuer digitaler Echtzeit-Geschichten gemausert hat, ist Storify. Der User kann auf der seit April 2011 bestehenden Website Inhalte aus Social Networks neu zusammenstellen und mit zusätzlichen Text-, Video- und Bildelementen anreichern.

Wer eine neue Storify-Geschichte eröffnen möchte, muss sich erstmals einen Account eröffnen. Dies geschieht entweder über eine gesonderte Anmelden-Seite oder über einen bereits bestehenden Facebook- oder Twitter-Account. Entscheidet man sich für Letzteres, werden Anzeigebild, Name und Biografie direkt übernommen.

 

Nach dem erfolgreichen Login kann über den «Create Story»-Button direkt eine neue Geschichte eröffnet werden. In den obersten beiden Felder können nun Titel und Lead eingegeben werden.

 

Während in der linken Spalte die Geschichte entsteht, können in der rechten Spalte verschiedene Social Networks durchsucht und nach entsprechenden Suchbegriffen gefiltert werden. Dazu sollten einige Tricks beachtet werden:

 

  • Wer bei Twitter bereits auf spannende Meldungen stiess, markiert sich diese am besten direkt in der Twitter-App oder auf der Website als «Favorit». Über den Reiter «Favorites» können diese nun mühelos abgeholt und in die Storify-Geschichte integriert werden.
  • Sollen trotzdem direkt in Storify mit der Twittersuche bestimmte Inhalte gefunden werden, lohnt es sich, die Option «Retweets» auszuschalten. Somit werden nur Originalmitteilungen angezeigt.
  • Facebook-Inhalte können nur äusserst beschränkt via Storify gefunden werden. Sollte eine entsprechende Suche keine Resultate zu Tage befördern, können einzelne (öffentliche) Kommentare oder Posts auch über die Link-Funktion eingebettet werden.
  • Wer nach Bildern sucht, wird bei Instagram, Flickr und über die Google Bildersuche fündig. Sämtliche Resultate können 1:1 in die Storify-Geschichte eingebaut werden.
  • Storify baut seine Zusammenarbeit mit weiteren Social Networks laufend aus. Über den +-Button können zusätzlich verfügbare Quellen zu den bereits bestehenden Reitern hinzugefügt werden.

Ist der gesuchte Inhalt in der rechten Spalte gefunden, kann dieser via drag-and-drop in der Geschichte (linke Spalte) eingefügt werden. Vor und nach dem eingefügten Tweet, Link, Bild, etc. können einzelne Textstellen platziert werden. Dabei klickt man auf die gelb markierten Stellen. Texte können über die Symbolleiste oben links minimal gelayoutet werden (fett, kursiv, unterstrichen, durchgestrichen, mit einem Link versehen oder als Überschrift gestaltet).

 

Wer eine Storify-Geschichte in Echtzeit zu einem Ereignis erstellt, kann nach Abschluss des Ereignisses die anachronistisch gewachsenen Einträge über den entsprechenden auf- und abwärts-Pfeilbutton zurück in eine chronologische Reihenfolge bringen.

 

Nach der Publikation kann die Storify-Geschichte über den «Embed»-Button als HTML-Code in sämtliche CMS eingefügt werden. Hier besteht die Möglichkeit, zwischen einer suchmaschinenoptimierten und einer herkömmlichen «Embed»-Funktion zu wählen (Häkchen setzen bei «Include HTML for SEO). Bei eigenen Storify-Geschichten kann ausserdem zwischen einer vertikalen oder einer auf Folien basierten Präsentationsform unterschieden werden (Template-Auswahl zwischen «default» und «slideshow»).

Über die «Embed»-Funktion können übrigens auch andere Storify-Geschichten auf einer eigenen Website eingebaut werden. Bei fremden Geschichten ist die Möglichkeit, Titel und Lead ausblenden zu lassen allerdings ausgeblendet und auch die Möglichkeit, zwischen Präsentationsformen zu wählen, wird nicht angeboten.

Werden Storify-Geschichten nachträglich aufdatiert, werden diese Änderungen ohne erneutes Einbetten auf der jeweiligen Seite automatisch übernommen. Storify verspricht ausserdem, gelöschte Tweets auf eigenen Servern zwischenzulagern, damit diese trotzdem weiterhin angezeigt werden. Verlinkte Bilder oder Videos, die vom Urheber auf der verlinkten Quelle gelöscht werden, werden von Storify automatisch in der jeweiligen Geschichte ausgeblendet.

 

Ähnlich wie bei Twitter kann auf Storify auch anderen Nutzern gefolgt werden. Dazu muss auf dem jeweiligen Profil nur der Button «Subscribe» angewählt werden.

Einzelne Storify-Geschichten können ausserdem über den ♥-Button gespeichert werden. Über den Reiter «Likes» auf der eigenen Profilseite können die so favorisierten Geschichten im Nachhinein wieder gefunden werden.

 

Neue Storify-Geschichten von abonnierten Usern erscheinen nach dem nächsten Login direkt auf der eigenen Startseite.

Sämtliche Inhalte aus Social Networks sollten vor ihrer journalistischen Zweitverwertung verifiziert werden. Die Anleitung «Verifikation von Inhalten in Social Media» liefert dazu die passenden Tipps und ausführliche Antworten.

 

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