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	<description>Konrad Weber. Journalist 2.0 - Zukunft des Journalismus</description>
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		<title>Der Fluch des Onlinejournalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 22:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch immer geniesst Onlinejournalismus in der Schweiz einen schlechten Ruf – auch bei jungen, angehenden Journalisten. Würden die Redaktionen mehr experimentieren, wäre dies anders. Umdenken ist gefordert. Jeden Morgen sitzt Elia in der Bahn und checkt die News auf seinem &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/05/18/onlinejournalismus-fluch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch immer geniesst Onlinejournalismus in der Schweiz einen schlechten Ruf – auch bei jungen, angehenden Journalisten. Würden die Redaktionen mehr experimentieren, wäre dies anders. Umdenken ist gefordert.</strong></p>
<p><span id="more-1264"></span></p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a href="http://konradweber.ch/images/az-mediencenter.jpg" rel="lightbox[1264]"><img title="Newsroom der Aargauer Zeitung in Aarau: Oft ziehen es auch junge Journalisten vor, bei Print statt bei Online zu arbeiten. Foto: Alex Spichale/az" src="http://konradweber.ch/images/az-mediencenter.jpg" alt="Newsroom der Aargauer Zeitung in Aarau: Oft ziehen es auch junge Journalisten vor, bei Print statt bei Online zu arbeiten. Foto: Alex Spichale/az" width="620" /></a><p class="wp-caption-text">Newsroom der Aargauer Zeitung in Aarau: Oft ziehen es auch junge Journalisten vor, bei Print statt bei Online zu arbeiten. Foto: Alex Spichale/az</p></div>
<p>Jeden Morgen sitzt Elia in der Bahn und checkt die News auf seinem iPhone. Auch am Mittag nach dem Essen startet er die News-Apps, um sich über das Neuste auf der Welt zu informieren. Und am Abend, wenn er nach Hause fährt, zückt er erneut sein Handy und lässt sich aufdatieren. <a title="twitter.com/elia_bluelle" href="https://twitter.com/elia_bluelle" target="_blank">Elia</a> ist 18-jährig und absolviert demnächst seine Matura. Danach will er Journalist werden. Einer, der auf Papier schreibt. «Ich denke, dass die Leserzahlen online mittlerweile höher sind. Aber im Print habe ich ein abschliessendes Gefühl. Es ist schwarz auf weiss, man kann nichts mehr ändern», erklärt der Kantischüler.</p>
<p>Elia ist ein typisches Beispiel für die neue heranwachsende Journalistengeneration. Online vernetzt, technologisch auf dem neusten Stand – und trotzdem mit dem hehren Berufsziel, später einmal rein für ein Printmedium arbeiten zu wollen. Weshalb das? Obwohl sich vor allem die jüngere Leserschaft fast hauptsächlich nur noch über Onlinemedien informiert, wollen gerade junge Journalisten nicht in diesem Bereich arbeiten. Für <a title="twitter.com/vinzenzwyss" href="https://twitter.com/vinzenzwyss" target="_blank">Vinzenz Wyss</a>, Journalistik-Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hängt dies vor allem mit dem schlechten Ruf des Onlinejournalismus zusammen: «Gesamthaft wurde ein Image der Galeerenarbeit produziert. Das wiederum bildet bei Leuten, die nicht richtig wissen, wovon sie reden, ein Image von schlechtem Journalismus. Unlängst begann sich ein Teufelskreis zu drehen.» Wyss ist überzeugt, dass sich ein solcher Teufelskreis nur mit dem gezielten Ausbau von Ressourcen aufhalten lässt. Darunter versteht er Zeit, Geld, Zugänge und Ausbildung als wichtigste Faktoren.</p>
<p>Einer, der bereits seit vielen Jahren konsequent auf Journalismus im Netz gesetzt hat, ist <a title="twitter.com/hansi_voigt" href="https://twitter.com/hansi_voigt" target="_blank">Hansi Voigt</a>. Als Chefredaktor von «20 Minuten Online» habe er das Glück gehabt, keinen grossen Erwartungen gegenüberzustehen. Nirgendwo sonst testete man in der Schweiz bereits so früh und konsequent neue journalistische Experimente. So erkannten Voigt und seine Redaktion schnell, dass gerade im Internet die Masse der Leserschaft eine wichtige journalistische Hilfestellung darstellen kann. Er vergleiche dies oft mit der Sendung «Wer wird Millionär», sagt Voigt. «Dort ist der sicherste Joker stets der Publikumsjoker, da er zu 70 oder 80% die richtige Lösung offenbart. Das ist ein plumpes Beispiel, aber auf die Intelligenz der Masse im Journalismus aus Eitelkeit oder aus Angst um seine elitäre Position zu verzichten, halte ich für antiquiert.»</p>
<p>Nicht nur bei vielen alteingesessenen Journalisten sei diese Denke noch nicht angekommen. Er könne nachvollziehen, dass junge Journalisten vor allem von den grossen Medientiteln, die ihre Marken noch immer über Printprodukte definieren, beeinflusst werden. Dabei sei die Zukunft gerade für junge Journalisten dank des Internets optimistischer, als sie immer dargestellt werde: «Gute Inhalte sind immer gesucht, egal in welchem Medium. Ausserdem bin ich überzeugt, dass Journalisten im Mediengeschäft wieder eine grössere Wichtigkeit erhalten. Denn die Journalisten und deren Inhalte werden das einzige Unterscheidungsmerkmal der Verleger sein. Heute wichtige Produktionsfaktoren wie Druckerei und Vertrieb werden in einer digitalen Welt marginalisiert. Es bleiben die Journalisten.»</p>
<p>Eine erste Tendenz zu mehr Eigenleistung im Netz kam bereits bei den letzten Relaunches von Onlineplattformen zum Vorschein. So präsentierte unlängst der «Blick» seine <a title="Relaunch von blick.ch" href="http://www.designtagebuch.de/relaunch-von-blick-ch/" target="_blank">überarbeitete Onlinepräsenz</a>, bei der Agenturmeldungen nur noch am Rande in Erscheinung treten. «Ausserdem wollen auch Journalisten, die sonst hauptsächlich in Printmedien schreiben, immer häufiger ihre Artikel auch online veröffentlichen. Denn sie wollen dort publizieren, wo die Leser sind», erklärt <a title="twitter.com/hbritschgi" href="https://twitter.com/hbritschgi" target="_blank">Hannes Britschgi</a>, Leiter der Ringier-Journalistenschule.</p>
<p>Trotzdem steckt der Schweizer Onlinejournalismus noch immer in den Kinderschuhen. Nur mit Bildstrecken, einigen eingebetteten Youtube-Videos und aktivierten Kommentarfunktionen kann noch keine Onlinerevolution ausgelöst werden. Neue ganzheitliche Ansätze sind gefragt; Journalisten, die bereits während der Recherche an die multimediale Umsetzung ihrer Geschichte denken. So kann sichergestellt werden, dass sich der Teufelskreis um den schlechten Ruf des Onlinejournalismus mit der Zeit verlangsamen und vielleicht sogar stoppen lässt. Nutzen wir also die Möglichkeiten des Internets und beginnen endlich Geschichten so zu erzählen, wie man sie dank technologischer Hilfsmittel am sinnvollsten widergeben könnte. Nur wer ausprobiert, kann auch weiterkommen. Vielleicht würden sich dann auch einige junge Journalisten zweimal überlegen, ob sie wirklich bis zu ihrem Berufsende für ein monomediales Printmedium arbeiten wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Artikel wurde zuerst im Magazin zum <a title="swissmediaforum.ch" href="http://swissmediaforum.ch/" target="_blank">SwissMediaForum 2012</a> publiziert. Dieses findet am 31. Mai und 1. Juni 2012 im KKL in Luzern statt.</em></p>
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		<item>
		<title>Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil III: Publikation)</title>
		<link>http://konradweber.ch/2012/04/30/news-verifikation-3/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 22:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
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		<description><![CDATA[Erst nach der Verifikation erfolgt die Publikation. Dieses journalistische Credo gilt leider längst nicht mehr in allen Redaktionen. Die vorgestellten Tipps zur Verifikation von Inhalten in Social Media vor (Teil I) und während eines Newsereignisses (Teil II) können helfen, diesem &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/04/30/news-verifikation-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erst nach der Verifikation erfolgt die Publikation. Dieses journalistische Credo gilt leider längst nicht mehr in allen Redaktionen. Die vorgestellten Tipps zur Verifikation von Inhalten in Social Media vor (<a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I)" href="http://konradweber.ch/?p=1165" target="_blank">Teil I</a>) und während eines Newsereignisses (<a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II)" href="http://konradweber.ch/?p=1173" target="_blank">Teil II</a>) können helfen, diesem Credo wieder mehr Gewicht beizumessen. Teil III beschäftigt sich nun mit der eigentlichen Publikation.</strong></p>
<p><span id="more-1180"></span></p>
<p>Wer Inhalte in Social Networks recherchiert und diese anschliessend anderen Nutzern zukommen lässt, <a title="Linklisten waren gestern, kuratieren ist die Zukunft" href="http://www.onlinejournalismus.de/2011/04/06/linklisten-waren-gestern-kuratieren-ist-die-zukunft/" target="_blank">kuratiert</a>. Journalisten, die kuratieren, können demnach ihre Arbeit längst nicht mehr nur ihr Eigen nennen. Deshalb sollten alle, die im und mit dem Web publizieren, folgende Fragen mit «Ja» beantworten können:</p>
<ul>
<li><strong>Rechte eingeholt?</strong><br />
Selbstverständlich sind Inhalte in Social Networks bereits öffentlich. Trotzdem sollte vor jeder Veröffentlichung von Inhalten auf der eigenen Newsplattform die Urheberin der Verwendung ihres Fotos, Videos oder Textdokuments zugestimmt haben. Diese Anfrage kann via Mail oder sogar direkt auf Twitter oder Facebook erfolgen.<br />
Hier gilt ausserdem in vielen Redaktionen das ungeschriebene Gesetz, dass nur öffentliche User-Reaktionen zitiert werden dürfen. Darunter fallen Meldungen auf Facebook-Fanpages, die zum Beispiel bewusst für jedermann öffentlich publizierte Bilder, Videos und Texte beinhalten oder aber auch «unversteckte» Tweets. Um die öffentliche Sichtbarkeit von Inhalten zu überprüfen, lohnt sich ein Logout aus dem eigenen Account (z.B. auf Twitter/Facebook). Erst dann wird wirklich sichtbar, was öffentlich einsehbar ist und wozu spezielle Rechte vorausgesetzt sind.</li>
<li><strong>Quelle genannt?</strong><br />
Gleichzeitig mit dem Einholen der Rechte kann auch die Quellenbezeichnung abgeklärt werden. Möchte der Augenzeuge, die Fotografin oder Filmerin nur mit ihren Initialen oder gar mit Namen und Link zu einem ihrer Webprofile (Twitter/Facebook) erwähnt werden?<br />
Auch übrige (Text-)Quellen sollten angegeben werden. Es <a title="tageswoche.ch: Die falsche Angst vor dem Link zur Konkurrenz" href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/pageimpression/109936/Die-falsche-Angst-vor-dem-Link-zur-Konkurrenz.htm" target="_blank">spricht nichts dagegen</a>, diese direkt mit einem Link im Text einzubauen. Und übrigens: <a title="Quelle: Youtube" href="http://videopunks.de/quelle-youtube" target="_blank">«Quelle: Youtube»</a> gilt nicht.</li>
<li><strong>Verifikationsstatus angegeben?</strong><br />
Längst nicht jede veröffentlichte Information beruht auf zwei wasserdichten und fundierten Quellen. Umso wichtiger ist die Transparenz, inwiefern unsere Quellen fundiert oder eben nicht klar einordbar sind. Je nach Informationslage kann eine Aussage auch nur teilweise verifiziert werden. In diesen Fällen muss der Leser und die Zuschauerin aber erfahren, wieviel verifiziert werden konnte, resp. weshalb die Bilder/die Aussage nur teilweise verifiziert wurde.</li>
<li><strong>Fehler zugegeben und korrigiert?</strong><br />
Zum Offenlegen des Verifikationsstatus gehört auch das Zugeben von Fehlern. Nur wer Fehler einräumt, gewinnt an Glaubwürdigkeit bei Lesern und Zuschauern. Obwohl Fehlermeldungen in Social Networks <a title="Unterschied zwischen Ursprungsmeldung und Korrektur" href="http://www.slideshare.net/craigsilverman/bs-detection-for-digital-content/13" target="_blank">nur halb so viel Aufmerksamkeit</a> wie die ursprüngliche Nachricht erhalten, sollte dies kein Grund sein, um nicht eine Korrektur und womöglich deren Begründung nachzuliefern.<strong></strong></li>
<li><strong>Risiken abgeschätzt?</strong><br />
Dazu zwei offene Fragen: Ist es wirklich sinnvoll &#8211; vor allem in Krisensituationen &#8211; eine Information zu veröffentlichen, die eventuell nur einfach und nicht doppelt verifiziert wurde? Würde die Story eventuell auch ohne diese (Zusatz-)Information funktionieren?</li>
<li><strong>Quelle weiterhin verfolgt?</strong><br />
Nach der Publikation (und der Offenlegung der Verifikation) ist allerdings noch nicht Ende: Wer mit der/den Quelle/n weiterhin im Kontakt steht oder im Minimum diese digital abonniert hat, verpasst auch künftige Anschlussgeschichten nicht. Meist verfolgt nämlich auch der Informant die Geschichte weiterhin, hat er diese doch selbst miterlebt und deshalb ein gewisses Informationsbedürfnis.</li>
<li><strong>Weitere Quellen gesucht?</strong><br />
Über unsere Quelle können wir ausserdem erneut in den Recherchekreislauf einsteigen. Vielleicht kennt unsere Quelle noch weitere Informanten. Falls sich die Ursprungsquelle allerdings weigert, weitere Personen zu nennen, kann auch das digitale Umfeld dieser Person analysiert werden (wem folgt die Person? mit wem ist sie in Social Media verknüpft? gibt es öffentliche Bilder mit der Quelle und eventuell anderen Personen darauf?).</li>
<li><strong>Bei Lesern und Quellenlieferanten bedankt?</strong><br />
Zu guter Letzt eine nette Geste: Natürlich funktioniert die journalistische Geschichte auch ohne Dank bei involvierten Personen. Trotzdem: Wer Leser- und Quellenbindung ernst nimmt, geht auch dementsprechend mit diesen um.</li>
</ul>
<h3>Ähnliche Artikel</h3>
<ul>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I)" href="http://konradweber.ch/?p=1165" target="_blank">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I: Vorbereitung)</a></li>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II)" href="http://konradweber.ch/2012/04/16/news-verifikation-2/" target="_blank">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II: Faktencheck)</a></li>
</ul>
<h3>Weiterführende Artikel</h3>
<ul>
<li><em>«How to: verify content from social media»</em> bei <a title="journalism.co.uk" href="http://www.journalism.co.uk/news-features/how-to-verify-content-from-social-media/s5/a548645/" target="_blank">journalism.co.uk</a>.</li>
<li><em>«8 must-reads detail how to verify information in real-time, from social media, users»</em> bei <a title="poynter.org" href="http://www.poynter.org/latest-news/regret-the-error/171713/8-must-reads-that-detail-how-to-verify-content-from-twitter-other-social-media/" target="_blank">poynter.org</a>.</li>
</ul>
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		<title>Rückblick auf #ISOJ12</title>
		<link>http://konradweber.ch/2012/04/23/isoj12/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 00:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<category><![CDATA[Future of Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie sieht die Zukunft des (Online-)Journalismus aus? Welche Qualitäten müssen Journalistinnen und Journalisten künftig aufweisen? Und welche Herausforderungen hängen mit den sich ständig wandelnden Anforderungen zusammen? Diese Fragen wurden auf dem «International Symposium on Online Journalism» (#ISOJ12) in Austin, Texas &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/04/23/isoj12/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sieht die Zukunft des (Online-)Journalismus aus? Welche Qualitäten müssen Journalistinnen und Journalisten künftig aufweisen? Und welche Herausforderungen hängen mit den sich ständig wandelnden Anforderungen zusammen? Diese Fragen wurden auf dem «<a title="International Symposium on Online Journalism" href="http://online.journalism.utexas.edu" target="_blank">International Symposium on Online Journalism</a>» (<a title="Twitter: #ISOJ12" href="http://twitter.com/#!/search/%23ISOJ12" target="_blank">#ISOJ12</a>) in Austin, Texas diskutiert – ein Rückblick.</strong></p>
<p><span id="more-1228"></span></p>
<p>Bereits zum 13. Mal trafen sich am 20. und 21. April 2012 an der <a title="utexas.edu" href="http://www.utexas.edu/" target="_blank">University of Texas in Austin</a> Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt, um im Rahmen des ISOJ12 (<a title="Programm #ISOJ12" href="http://online.journalism.utexas.edu/program.php?year=2012" target="_blank">Programm</a>) über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren.</p>
<p>Nach einem ersten Podiumsgespräch eröffnete <strong>Richard Gingras</strong>, Head of News Products bei Google, mit zehn Fragen das Symposium (Berichterstattung <a title="Storify: Richard Gingras" href="http://storify.com/jonl/richard-gingras-at-the-international-symposium-on" target="_blank">von Jon Lebkowsky</a> und <a title="Storify: Richard Gingras" href="http://storify.com/cindyroyal/richard-gingras" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify). <a title="@richardgingras" href="http://twitter.com/richardgingras" target="_blank">Gingras</a> formulierte seine Thesen bereits vor Wochenfrist im Blog des <a title="Niemanlab: Richard Gingras" href="http://www.niemanlab.org/2012/04/googles-richard-gingras-8-themes-that-will-help-define-the-future-of-journalism/" target="_blank">Nieman Journalism Lab</a>. Dort stellte er sich unter anderem die Fragen, wie man technische Arbeitshilfen für Journalisten optimieren könnte, ob via Social Media demnächst mehr informiert statt nur engagiert wird und wie rechenbasierter Journalismus investigativen Journalismus unterstützen könnte.</p>
<p><strong>«Wie reagieren Journalisten auf die mobile Revolution?»</strong> war der Titel des zweiten Podiumsgesprächs. Was bereits Wolfgang Blau <a title="twitter.com/wblau" href="https://twitter.com/#!/wblau/status/190536302972768256" target="_blank">unlängst festgestellt hat</a>, bestätigte sich auch unter den Diskussionsteilnehmern am ISOJ12: Afrika gibt in der mobilen Nutzung und bei der Entwicklung neuer mobiler Newsformen den Takt an (Berichterstattung <a title="Storify: From Desk(lap)top to Tablet" href="http://storify.com/cindyroyal/from-desk-lap-top-computers-to-tablets-and-smartph" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify).</p>
<p>Im Forschungspanel <strong>«Examining the journalist&#8217;s toolbox»</strong> standen praktische Hilfestellungen und Routinen im Umgang mit Social Media auf dem Programm (Berichterstattung <a title="Storify: Journalist's Toolbox" href="http://storify.com/cindyroyal/11-15-12-45-p-m-examining-the-journalist-s-toolbox" target="_blank">von Cindy Royal</a> und <a title="Storify: Journalist's Toolbox" href="http://storify.com/utknightcenter/examining-the-journalist-s-toolbox-practices-routi" target="_blank">des University of Texas Knight Center</a> bei Storify). Hierzu muss auch die äusserst aufschlussreiche Seite «<a title="journaliststoolbox.org" href="http://www.journaliststoolbox.org/overview.html" target="_blank">The Journalist&#8217;s Toolbox</a>» erwähnt werden.</p>
<p>Mit einer spannenden Frage schloss der erste Tag des ISOJ12: <strong>Wie und was können Journalisten von Technologie-Startups lernen?</strong> Wichtige Erkenntnis: Auch in Amerika kämpfen digitale Journalisten mit denselben Vorurteilen wie hierzulande in Europa und diese geben den Ausbildnern mit auf den Weg, ihre Studenten zu mehr Selbstkritik und Kreativität aufzufordern (Berichterstattung <a title="Storify: Innovation and entrepreneurialism" href="http://storify.com/cindyroyal/innovation-and-entrepreneurialism-are-journalists" target="_blank">von Cindy Royal</a> und <a title="Storify: Innovation and entrepreneurialism" href="http://storify.com/utknightcenter/innovation-and-entrepreneurialism-are-journalists" target="_blank">des University of Texas Knight Center</a> bei Storify).</p>
<p>Mit<strong> Bob Metcalfe</strong> eröffnete niemand Geringeres als der Erfinder des «<a title="wikipedia.org/ethernet" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ethernet" target="_blank">Ethernets</a>» den zweiten Tag des ISOJ12. In seinem Vortrag sprach <a title="twitter.com/bobmetcalfe" href="http://twitter.com/bobmetcalfe" target="_blank">Metcalfe</a> über das Geldmachen im Internet, eine im Onlinejournalismus noch immer ungeklärte Frage (Berichterstattung <a title="Storify: Bob Metcalfe" href="http://storify.com/cindyroyal/bob-metcalfe-keynote" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify und <a title="reportr.net: Bob Metcalfe" href="http://www.reportr.net/2012/04/21/bob-metcalfe-on-disruption-and-how-to-get-readers-to-pay/" target="_blank">von Alfred Hermida</a> bei reportr.net).</p>
<p>Im ersten Podium des zweiten Tages unterhielten sich Praktiker unter der Leitung von <a title="twitter.com/pilhofer" href="http://twitter.com/pilhofer" target="_blank">Aron Pilhofer</a> zur Frage, <strong>wie Daten unsere Art des digitalen Geschichtenerzählens verändern</strong>. Dabei drehte sich die Diskussion hauptsächlich um datenjournalistische Tools (Berichterstattung <a title="Storify: Data changes Storytelling" href="http://storify.com/cindyroyal/the-new-narrative-how-data-is-changing-the-way-we" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify). Dazu auch die Zusammenstellung zu rechengesteuertem Journalismus <a title="Delicious: Human-assisted reporting" href="http://delicious.com/stacks/view/MqfeFd" target="_blank">von Podiumsteilnehmer Ben Welsh</a> bei Delicious.com.</p>
<p>In einem darauffolgenden Forschungspanel ging es um <strong>Crowdsourcing und den arabischen Frühling</strong>. Dabei stand vor allem die Frage im Fokus, wie Journalisten eine Community mit Informationen und Nachrichten ansprechen und zur «Mitarbeit» animieren können (Berichterstattung <a title="Storify: Engaging with News Community" href="http://storify.com/cindyroyal/new-approaches-in-engaging-with-the-news-community" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify).</p>
<p>Zum Schluss des Symposiums präsentierten nochmals Teilnehmer aus der Forschung ihre Antworten auf die Frage, <strong>wie heutzutage die Mediennutzung gemessen werden soll</strong>. Ständig neuere Kanäle und deren gleichzeitige Nutzung stellen auch die Mediennutzungsforschung vor grössere Herausforderungen. Doch nur mit verlässlichen Resultaten aus der Nutzungsforschung können Journalisten in Zukunft abschätzen, in welche Richtung sich ihre Branche bewegen wird (Berichterstattung <a title="Storify: Today's News Consumption" href="http://storify.com/cindyroyal/4-15-5-45-p-m-measuring-today-s-news-consumption-r" target="_blank">von Cindy Royal</a> bei Storify).</p>
<h3>Weiterführende Artikel</h3>
<ul>
<li>Rückblick auf das «International Symposium on Online Journalism» <a title="Rückblick bei reportr.net" href="http://www.reportr.net/2012/04/21/rethinking-journalism-tackling-data-twitter-reporting-and-more-from-isoj12/" target="_blank">von Alfred Hermida bei reportr.net</a>.</li>
<li>Liveblogging des «Nieman Journalism Lab» zum ISOJ12 <a title="Niemanlab: Liveblogging on ISOJ12" href="http://www.niemanlab.org/2012/04/live-blogging-isoj-international-symposium-on-online-journalism/" target="_blank">bei niemanlab.org</a>.</li>
<li>Übersicht der am ISOJ12 vorgestellten Forschungsarbeiten <a title="Research Papers" href="http://online.journalism.utexas.edu/papers.php?year=2012#alfred" target="_blank">bei utexas.edu</a>.</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II: Faktencheck)</title>
		<link>http://konradweber.ch/2012/04/16/news-verifikation-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 22:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie können Daten in Social Networks überprüft werden? Wer im Netz journalistisch tätig ist, sollte sich diese Frage täglich stellen. Im ersten Teil meiner Trilogie zur Verifikation von Inhalten in Social Media ging es um die Vorbereitungen auf Newsereignisse, die &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/04/16/news-verifikation-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie können Daten in Social Networks überprüft werden? Wer im Netz journalistisch tätig ist, sollte sich diese Frage täglich stellen. Im <a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I)" href="http://konradweber.ch/?p=1165" target="_blank">ersten Teil</a> meiner Trilogie zur Verifikation von Inhalten in Social Media ging es um die Vorbereitungen auf Newsereignisse, die Nerven und Zeit kosten. Im zweiten Teil widmen wir uns dem Faktencheck im Ernstfall.</strong></p>
<p><span id="more-1173"></span></p>
<p>Journalismus wird vor allem dann spannend, wenn Ereignisse unvorhersehbar sind. Auch in Zeiten einer rasanten Digitalisierung unserer Gesellschaft kann man sich auf solche Anlässe vorbereiten. Noch immer gilt allerdings in Sachen Onlinejournalismus in vielen Medienhäusern die Devise «erst publizieren, dann verifizieren» &#8211; ein Affront gegenüber der jahrelangen Qualitätsdiskussion im Journalismus. In folgender Liste stelle ich Tools vor, mit welchen Journalistinnen und Journalisten auch unter Zeitdruck digitale Inhalte überprüfen können:</p>
<p><strong>Verifizierung von Twitter-Accounts</strong></p>
<ul>
<li>Twitter-Biografie beachten (als wer/was gibt sich die Person aus?)</li>
<li>Namen sowie Twitter-Benutzernamen googlen (verfügt die Person über andere Profile im Netz?)</li>
<li>Followee und Follower analysieren (<a title="mentionmapp.com" href="http://mentionmapp.com/" target="_blank">mit wem vernetzt</a> sich die Person? <a title="followerwonk.com" href="http://followerwonk.com/" target="_blank">wer folgt</a> dem Profil?)</li>
<li>Website analyiseren (falls in der Biografie eine Website angegeben wurde, diese mit <a title="whois.ch" href="http://whois.ch/" target="_blank">Whois</a> überprüfen)</li>
<li title="whendidyoujointwitter.com">Eröffnungszeitpunkt analyiseren (<a title="whendidyoujointwitter.com" href="http://www.whendidyoujointwitter.com/" target="_blank">seit wann</a> twittert die Person?)</li>
<li>Tweetstats anwenden (zu <a title="tweetstats.com" href="http://tweetstats.com" target="_blank">welchen Themen und welchem Zeitpunkt</a> twittert die Person?)</li>
<li>Direkt nachfragen (antwortet die Person auf eine <a title="Twitter Anfragen und Mentions" href="https://support.twitter.com/articles/85468-was-sind-antworten-und-erwahnungen" target="_blank">direkte Anfrage via Twitter</a>?)</li>
</ul>
<p><strong>Verifizierung von Websites</strong></p>
<ul>
<li>Urheber ermitteln (wie bereits oben erwähnt, kann mit <a title="whois.ch" href="http://whois.ch/" target="_blank">Whois</a> überprüft werden, wer für eine Website verantwortlich ist)</li>
<li>Veränderungen nachvollziehen (wie sah die Website <a title="Wayback Machine" href="http://www.bibalex.org/isis/frontend/archive/archive_web.aspx" target="_blank">zu einem früheren Zeitpunkt</a> aus?)</li>
<li>Verknüpfungen analysieren (welche andere Websites <a title="backlinktest.com/ip_checker.php" href="http://www.backlinktest.com/ip_checker.php" target="_blank">liegen auf demselben Server</a>?)</li>
<li>IP lokalisieren (wo <a title="geobytes.com" href="http://www.geobytes.com/IpLocator.htm" target="_blank">steht der Server</a>? von wo wurde eine Mail versandt?)</li>
<li>Mail-Adresse überprüfen (<a title="verify-email.org" href="http://verify-email.org/" target="_blank">existiert</a> die bei Whois angegebene Mailadresse?)</li>
<li>Bilder finden (<a title="researchclinic.co.uk" href="http://researchclinic.co.uk/scanner.html" target="_blank">welche Bilder</a> liegen auf dem Server?)</li>
<li>Versteckte Dateien finden (welche <a title="Google Suchoperatoren" href="http://www.storybasedinquiry.com/operators/" target="_blank">versteckten Dateien</a> liegen auf dem Server?)</li>
<li>Quelltext analysieren (was verrät der <a title="wikipedia.org/quelltext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quelltext" target="_blank">Quellcode der Website</a>? in Firefox mit Ctrl + U oder cmd + U abrufbar)</li>
</ul>
<p><strong>Verifizierung von Bildern</strong></p>
<ul>
<li>Metadaten des Bildes analysieren (was sagen die <a title="Exif-Ausleser" href="http://regex.info/exif.cgi" target="_blank">ausgelesenen Exif-Daten</a> über den Aufnahmezeitpunkt und die Kamera aus?)</li>
<li>Vergleiche herstellen (sind bereits <a title="researchclinic.co.uk" href="http://researchclinic.co.uk/links/maps.html" target="_blank">andere Bilder</a> derselben Region im Netz vorhanden? sieht die Region auf <a title="maps.google.com" href="http://maps.google.com" target="_blank">Google Maps</a> ähnlich aus?)</li>
<li>Rückwärts analysieren (was sagt die <a title="Google Reverse Images Search" href="http://www.google.com/insidesearch/searchbyimage.html" target="_blank">Google Reverse Images Search</a> über das Bild aus? bringt <a title="tineye.com" href="http://www.tineye.com/" target="_blank">tineye.com</a> dieselben Resultate zum Vorschein?)</li>
<li>Bildinhalte analysieren (stimmen Kleider, <a title="Nummerierungssysteme bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hausnummer#Nummerierungssysteme" target="_blank">Strassen</a>, <a title="Sprachfamilien bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachfamilien_der_Welt" target="_blank">Sprachen</a>, Häuser, <a title="Kfz-Nationalitätszeichen bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kfz-Nationalit%C3%A4tszeichen" target="_blank">Fahrzeuge</a>, <a title="Nationalflaggen bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nationalflaggen" target="_blank">Flaggen</a>, <a title="Nationalwappen bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nationalwappen" target="_blank">Nationalsymbole</a> usw. mit der angegebenen Region überein?)</li>
<li>Wetter analysieren (stimmen <a title="weather.com" href="http://www.weather.com/common/welcomepage/world.html" target="_blank">die Wettervorhersagen</a> mit dem angegebenen Ort und Zeitpunkt überein? auch <a title="wolframalpha.com" href="http://www.wolframalpha.com/" target="_blank">wolframalpha.com befragen)</a></li>
<li>Urheber eruieren (den Fotografen z.B. via Skype direkt ansprechen; resp. ihn bitten, nochmals ein Bild mit einem Wahrzeichen des Ortes machen &#8211; Exif-Daten auslesen)</li>
<li>Genau hinsehen (stimmen die Schatten? stimmt die Lichtführung? steht die Sonne zur Aufnahmezeit am richtigen Ort? weist das Bild Wiederholungen auf? wurde etwas <a title="Photoshop Tricks" href="http://lifehacker.com/5864755/top-10-photoshop-tricks-you-can-do-without-buying-photoshop" target="_blank">mit Photoshop</a> «wegradiert» oder eingesetzt?)</li>
<li>Vernunft walten lassen (sieht das Foto zu gut aus, um wahr zu sein, ist es dies wahrscheinlich nicht)</li>
</ul>
<p><strong>Verifizierung von Videos</strong></p>
<ul>
<li>Vergleiche herstellen (Wettervorhersagen am Aufnahmeort, Analyse der Bildinhalte, siehe Bilderverifikation)</li>
<li>Urheber eruieren (welche übrigen Videos wurden unter demselben Account hochgeladen? sind andere Accounts unter selbem Namen im Netz auffindbar?)</li>
<li>Filmart analysieren (wie wurde das Video aufgenommen? wurde es geschnitten?)</li>
<li>Ton analysieren (sind Stimmen verständlich? ertönen unnatürliche Geräusche?)</li>
<li>Farben analysieren (sind sie zu satt, unnatürlich oder gibt es abrupte Veränderungen?)</li>
<li>Konkurrenz beobachten (wie verifizieren andere Medienanstalten Videos?)</li>
</ul>
<p><em>Beispiel Videoverifizierung beim ZDF:</em></p>
<p><iframe width="620" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/k6RJEs60fmI?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Aktiv nach Augenzeugen suchen (Crowdsourcing)<br />
</strong></p>
<p>Wie bereits in <a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I)" href="http://konradweber.ch/?p=1165" target="_blank">Teil I</a> erklärt, ist ein im Voraus aufgebautes digitales Netz von Vorteil, um im Ernstfall Inhalte zu finden und zu überprüfen. Trotzdem gilt auch hier: Wer einen Aufruf bei Twitter oder Facebook lanciert, kann eingegangene Inhalte nicht einfach unverifiziert weiterverwenden.</p>
<p>Wer bei einem Newsereignis nach digitalen Augenzeugen suchen will, kann folgende Tricks anwenden:</p>
<ul>
<li>Sprache beachten: Wo hat sich die News ereignet? Erste Augenzeugen berichten immer in ihrer Muttersprache. Dazu kann das <a title="Übersetzungstool in Google Chrome" href="http://support.google.com/chrome/bin/answer.py?hl=de&amp;answer=173424" target="_blank">integrierte Übersetzungstool</a> in <a title="Google Chrome" href="https://www.google.com/chrome" target="_blank">Google Chrome</a> verwendet werden. Aber Achtung: Fachbegriffe können meist nicht einfach 1:1 übersetzt werden, sondern lauten oft anders (Beispiel: <a title="Internationale Bundesligen" href="http://researchclinic.co.uk/leagues.htm" target="_blank">Bundesliga</a>).</li>
<li>Zeitraum beachten: Es lohnt sich, bei Suchen den Zeitraum und Ort einzugrenzen. Somit fallen bereits viele irrelevante Suchresultate weg, die man ansonsten mühsam manuell durchforsten müsste. Dabei helfen die erweiterten Suchoptionen <a title="Google Zeitraum" href="http://www.uni-koeln.de/suche/google/user_help.html#date_range" target="_blank">bei Google</a>, <a title="Erweiterte Twitter-Suche" href="https://twitter.com/#!/search-advanced" target="_blank">Twitter</a> und <a title="Erweiterte Youtube-Suche" href="http://support.google.com/youtube/bin/answer.py?hl=de&amp;answer=111997" target="_blank">Youtube</a>.</li>
<li>User beachten: Wer in die Rolle der Quelle schlüpfen kann, findet in Social Networks schneller bessere Inhalte. Dazu gilt der simple Trick: 1. Person Singular in Suchen integrieren («mich», «ich», «mir» usw.).</li>
<li>Livestreams nutzen: Dank webfähigen Mobilgeräten gewinnen Livestreams laufend an Nutzer. Vor allem während des «Arabischen Frühlings» etablierte sich die Plattform <a title="bambuser.com" href="http://bambuser.com/" target="_blank">Bambuser</a>. <a title="livestream.com" href="http://livestream.com" target="_blank">Livestream</a> ist eine Konkurrenzplattform mit ähnlichem Angebot. Eigentlich gehört auch <a title="storify.com" href="http://storify.com" target="_blank">Storify</a> zu den Livestream-Angeboten. Seit Anfang April 2012 können sämtliche kuratierten Geschichten auf Storify <a title="Storify-Suche" href="http://storify.com/storify/storify-adds-search" target="_blank">durchsucht werden</a>.</li>
<li>Andere Plattformen beachten: Wer nach Bildern sucht, sollte ebenfalls aus User-Sicht vorgehen. Flickr, Picasa und Instagram sind Bildportale, die man nebst der <a title="Google Bildersuche" href="http://www.google.com/imghp" target="_blank">Bildersuche von Google</a> nicht vergessen darf. Eine erweiterte Suche hilft weiter: <a title="flickr-Suche" href="http://www.flickr.com/search/advanced/" target="_blank">erweiterte Flickr-Suche</a>, <a title="Picasa-Suche" href="http://googlesystem.blogspot.com/2009/06/advanced-search-options-in-picasa-web.html" target="_blank">erweiterte Picasa-Suche</a> und <a title="Suche bei Instagram" href="http://web.stagram.com/search/" target="_blank">Suche bei Instagram</a>.</li>
<li>Facebook, ja aber: Facebook ist mit Abstand die Nummer 1 der Social Networks. Im Gegensatz zu Twitter und anderen Netzwerken ist es allerdings extrem schwierig, an offene Daten der User zu gelangen. Einige Hilfen bilden folgende Suchmaschinen: <a title="facebook.eccar.org" href="http://facebook.eccar.org/" target="_blank">facebook.eccar.org</a>, <a title="fbsearch.us" href="http://fbsearch.us/" target="_blank">fbsearch.us</a> und eine <a title="angepasste Google-Suche" href="http://www.google.ch/search?&amp;q=site%3Afacebook.com" target="_blank">angepasste Google-Suche</a> (selbstverständlich wird hier nur angezeigt, was User auch wirklich freigegeben haben).</li>
<li>Achtung, Google personalisiert: Obwohl Google mit den verschiedenen Suchalgorithmen noch immer eine der besten Suchmaschinen ist, speichert sie Daten über unser Suchverhalten und gibt bei einer nächsten Suchanfrage Resultate verändert aus. Wer diesem Problem ausweichen will, kann <a title="startpage.com" href="https://startpage.com/" target="_blank">Startpage</a> nutzen. Ansonsten hilft aber auch <a title="Einstellungen für privaten Suchmodus in Internet Explorer, Firefox und Google Chrome" href="http://www.pc-portal.de/sicherheit/sicherheits-tools/so-hinterlassen-sie-keine-spuren-beim-surfen-mit-firefox-internet-explorer-und-chrome/" target="_blank">ein Wechsel</a> in den privaten Suchmodus.</li>
</ul>
<p>Welche Themenfelder oder Tricks fehlen noch? In den untenstehenden Kommentaren können weitere nützliche Webtools angegeben werden. Wer sich ausserdem ausführlicher mit Onlinerecherche befassen will, sollte Mitglied bei <a title="investigativ.ch" href="http://investigativ.ch" target="_blank">investigativ.ch</a> werden oder auf den Seiten von <a title="researchclinic.co.uk" href="http://www.researchclinic.co.uk/" target="_blank">Paul Myers</a> und <a title="investigativrecherche.de" href="http://www.investigativerecherche.de/" target="_blank">Boris Kartheuser</a> vorbeischauen.</p>
<h3>Ähnliche Artikel</h3>
<ul>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I)" href="http://konradweber.ch/?p=1165" target="_blank">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I: Vorbereitung)</a></li>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil III)" href="http://konradweber.ch/2012/04/30/news-verifikation-3/" target="_blank">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil III: Publikation)</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil I: Vorbereitung)</title>
		<link>http://konradweber.ch/2012/04/08/news-verifikation-1/</link>
		<comments>http://konradweber.ch/2012/04/08/news-verifikation-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 23:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Verifikation]]></category>
		<category><![CDATA[Web-2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Je mehr Daten im Internet frei zugänglich sind, desto wichtiger wird deren journalistische Aufbereitung. In einer dreiteiligen Serie sammle ich hierzu Tipps, wie Daten aus dem Netz &#8211; im Speziellen der Social Networks &#8211; überprüft und hinterfragt werden können. Teil &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/04/08/news-verifikation-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Je mehr Daten im Internet frei zugänglich sind, desto wichtiger wird deren journalistische Aufbereitung. In einer dreiteiligen Serie sammle ich hierzu Tipps, wie Daten aus dem Netz &#8211; im Speziellen der Social Networks &#8211; überprüft und hinterfragt werden können. Teil I beschäftigt sich mit der Tatsache, dass eine sinnvolle Verifikation bereits vor dem Newsereignis beginnt.</strong></p>
<p><span id="more-1165"></span></p>
<p>Um es gleich vorweg zu nehmen: Die folgende Serie beweist, dass es auch in Zeiten <a title="Roboterjournalismus: Texte in null Komma nichts" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/silicon-demokratie/roboterjournalismus-texte-in-null-komma-nichts-11705776.html" target="_blank">zunehmender Digitalisierung</a> Journalisten braucht und unser Beruf nicht aussterben wird. Im Gegenteil: Je mehr Daten wir selbst von uns ins Netz stellen, desto wichtiger wird deren Verifikation durch geschulte und moralisch handelnde Personen.</p>
<p>Wer im Netz journalistisch tätig sein will, sollte beachten, dass der Verifikationsprozess von Inhalten nicht erst während eines Newsereignisses, sondern bereits viel früher beginnt. Dazu empfiehlt es sich, zuerst selbst ein digitales Netzwerk aufzubauen:</p>
<ul>
<li><a title="fly.twitter.com" href="http://fly.twitter.com/" target="_blank">Twitter-Account erstellen</a></li>
<li><a title="facebook.com" href="http://www.facebook.com/r.php" target="_blank">Facebook-Account erstellen</a></li>
</ul>
<p>Nun geht es darum, nicht nur präsent zu sein, sondern sich selbst in seinem angestammten journalistischen Themengebiet zu vernetzen. Dazu gehört die Fähigkeit, Meinungsführer ausfindig zu machen und diese digital zu «verfolgen». Hierzu helfen folgende Suchformulare:</p>
<ul>
<li><a title="Erweiterte Twitter-Suche" href="https://twitter.com/#!/search-advanced" target="_blank">Erweiterte Suche bei Twitter</a></li>
<li><a title="facebook.com" href="https://www.facebook.com/find-friends/browser/" target="_blank">Detaillierte Personensuche bei Facebook</a></li>
<li><a title="linkedin.com" href="http://www.linkedin.com/search" target="_blank">Personensuche bei LinkedIn</a></li>
<li><a title="xing.com" href="https://www.xing.com/search/people?search[q]=" target="_blank">Personensuche bei Xing</a></li>
</ul>
<p>Verschiedene weitere Tools ermöglichen es, Personen ausfindig zu machen, die zu bestimmten Themen im Netz aktiv sind:</p>
<ul>
<li><a title="klout.com" href="http://klout.com/" target="_blank">Klout</a> führt verschiedene Social Networks zusammen und ermittelt somit die einflussreichsten Meinungsführer zu einem bestimmten Thema.</li>
<li><a title="flipboard.com" href="http://flipboard.com/" target="_blank">Flipboard</a> ist eine App für das iPhone/iPad, in welcher ebenfalls Personen zu Themen zugeordnet werden. Diese können anschliessend auf anderen Social Networks erneut «verfolgt» werden.</li>
<li><a title="Google Blog Suche" href="http://www.google.com/blogsearch" target="_blank">Google Blog-Suche</a>, um themenspezifische Blogger ausfindig zu machen. Diese kann man zum Beispiel via <a title="wikipedia.org/rss" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS" target="_blank">RSS</a> verfolgen. <a title="slug.ch" href="http://slug.ch" target="_blank">Slug.ch</a> und <a title="blogverzeichnis.ch" href="http://blogverzeichnis.ch" target="_blank">Blogverzeichnis.ch</a> helfen weiter, um Inhalte aus der Schweiz zu finden.</li>
<li><a title="listorious.com" href="http://listorious.com/" target="_blank">Listorious</a>, um Personen und Listen zu spezifischen Themen auf Twitter zu finden.</li>
</ul>
<p>Ein erstes eigenes Netzwerk hilft nicht nur, um laufend aktuelle Themen zu verfolgen, sondern ist auch ein sinnvolles Instrument, um im Ernstfall als <a title="wikipedia.org/crowdsourcing" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing" target="_blank">Crowdsourcing</a>-Plattform «angezapft» werden zu können. Dazu gehören neben Facebook und Twitter auch <a title="Youtube-Channels finden" href="http://www.youtube.com/channels?feature=promo" target="_blank">Youtube</a>, <a title="Personensuche bei Soundcloud" href="http://soundcloud.com/people/search?" target="_blank">Soundcloud</a> und <a title="audioboo.fm" href="http://audioboo.fm/" target="_blank">AudioBoo</a>. Wie im richtigen Leben gilt auch im Internet: Wer sich ein Kontaktnetz mit Personen aus verschiedenen Regionen aufbaut, ist in der Hitze des Gefechts schneller an Informationen aus erster Hand. So kann zum Beispiel bereits ein <a title="Skype herunterladen" href="http://www.skype.com/intl/de/get-skype/" target="_blank">Skype-Gespräch</a> im Vorfeld eines Newsereignisses helfen, um einen einfachen Twitter-Account in eine glaubwürdige und verifizierte Quelle zu verwandeln.</p>
<p>Um noch besser auf ein spezifisches Newsereignis vorbereitet zu sein, helfen folgende &#8211; zum Teil etwas aufwändigere &#8211; Schritte:</p>
<ul>
<li><a title="Twitter-Listen erstellen" href="http://hjacob.com/blog/2009/10/twitter-listen-hilfe-anleitung/" target="_blank">Twitter-Listen erstellen</a>: Wer sich ein unsichtbares «Quellennetz» aufbauen will, ist mit privaten Twitter-Listen gut bedient. Dazu muss man den einzelnen Accounts auf Twitter nicht folgen, sondern kann diese bequem einer «privaten» Liste hinzufügen. Twitter-Accounts können zum Beispiel über die erweiterte Twitter-Suche, Xing- oder LinkedIn-Profile gefunden werden.</li>
<li><a title="Google Suchoperatoren" href="http://www.storybasedinquiry.com/operators/" target="_blank">Google Suchoperatoren programmieren</a>: Google ist trotz erweiterter Suchen auf Twitter und Facebook noch immer eine der besten Adressen, um Daten zu finden. Wer im Ernstfall schnell sein will, speichert sich in einer ruhigen Minute verschiedene Suchoperatoren (Suchketten) als Lesezeichen ab und hat diese anschliessend griffbereit.</li>
<li><a title="Twitter Clients" href="http://www.lorm.de/2008/04/07/die-142-beliebtesten-twitter-clients/" target="_blank">Twitter-Clients ausprobieren</a>: Wer sich vor einem Newsereignis mit verschiedenen Twitter-Programmen auseinandersetzt, wird eigene Vorlieben entdecken und kann im Ernstfall schneller durch die Newsflut navigieren.</li>
<li>Trends aktiv mitverfolgen: Selbstverständlich bilden <a title="trendsmap.com" href="http://trendsmap.com/" target="_blank">Trendsmap</a>, <a title="whatthetrend.com" href="http://whatthetrend.com/" target="_blank">What the Trend</a>, <a title="Twitter Trending Topics" href="http://support.twitter.com/articles/317695-uber-trending-topics" target="_blank">Trending Topics</a> und <a title="Was wird bei Google zur Zeit gesucht?" href="http://www.google.com/insights/search/?hl=de" target="_blank">Google Insights for Search</a> nur einen Teil der Realität ab. Trotzdem können über solche und weitere Tools erste Newstrends erkannt und mitverfolgt werden.</li>
<li>Änderungen nachverfolgen: Werden neue Inhalte im Netz veröffentlicht, so können diese mit der Mail-Benachrichtigung von Google (<a title="google.de/alerts" href="http://www.google.de/alerts" target="_blank">Google Alerts</a>) automatisch abonniert werden. Es lohnt sich, solche automatisierte Suchanfragen im Vornherein zu programmieren.</li>
</ul>
<p>Nun kann der News-Ernstfall eintreten &#8211; mehr dazu in Teil II dieser Serie.</p>
<p>Habe ich etwas vergessen? Weitere Tools und Tricks können in den Kommentaren hinterlegt werden.</p>
<h3>Ähnliche Artikel</h3>
<ul>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II)" href="http://konradweber.ch/2012/04/16/news-verifikation-2/">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil II: Faktencheck)</a></li>
<li><a title="Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil III)" href="http://konradweber.ch/2012/04/30/news-verifikation-3/" target="_blank">Verifikation von Inhalten in Social Media (Teil III: Publikation)</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>«Von der jungen Generation will ich lernen: Jeden Tag!»</title>
		<link>http://konradweber.ch/2012/03/28/alexander-mazzara/</link>
		<comments>http://konradweber.ch/2012/03/28/alexander-mazzara/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 15:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenzunft]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor genau einem Jahr ging der interaktive «Jugendsender» joiz zum ersten Mal auf Sendung. Für die Interview-Serie «Unsere Zukunft» habe ich mit Alexander Mazzara, CEO von joiz, über sein Journalismusverständnis, den Spardruck bei jungen Journalisten und die Herausforderung, online Geld &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/03/28/alexander-mazzara/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor genau einem Jahr ging der interaktive «Jugendsender» <a title="joiz.ch" href="http://joiz.ch/" target="_blank">joiz</a> zum <a title="«Medienkonvergente Knackpunkte, die joiz zu meistern hat»" href="http://konradweber.ch/2010/12/02/joiz-knackpunkte/">ersten Mal auf Sendung</a>. Für die Interview-Serie <a title="Interview-Serie: «Unsere Zukunft»" href="http://jungejournalisten.ch/?cat=15">«Unsere Zukunft»</a> habe ich mit Alexander Mazzara, CEO von joiz, über sein Journalismusverständnis, den Spardruck bei jungen Journalisten und die Herausforderung, online Geld zu verdienen, gesprochen.</strong></p>
<p><span id="more-1141"></span></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img title="Alexander Mazzara, CEO von joiz" src="http://jungejournalisten.ch/images/Alexander-Mazzara.jpg" alt="Alexander Mazzara, CEO von joiz" width="250" height="250" /><p class="wp-caption-text">Alexander Mazzara, CEO von joiz</p></div>
<p><strong>Weshalb hast Du Dich vor vielen Jahren entschieden, Journalist zu werden?</strong></p>
<p>Alles hat mit der Musikberichterstattung angefangen. Eigentlich schliesst sich jetzt der Kreis wieder, obwohl ich noch nicht am Ende meines Berufslebens bin. Als ich, jünger als 20 Jahre alt, für die Aargauer Zeitung an Wochenenden ab und zu Konzerte besuchen durfte, fand ich es super, neugierig zu sein und Fragen stellen zu dürfen. Damals arbeitete ich noch im Zeilenhonorar, einem sehr fragwürdigen Bezahlmodell für Journalisten. Ich erhielt damals pro Zeile einen Franken und falls ein Foto von mir gedruckt wurde pro Bild 120.- obendrauf. Das weckte das Interesse, mit dem Bild etwas auszusagen, was man im Text nicht bereits konnte. Dies hat mich extrem gepackt, mit dem schönen Nebeneffekt, dabei sogar etwas zu verdienen.</p>
<p><strong>Ein multimedialer Einstieg in den Journalismus?</strong></p>
<p>Man muss relativieren: Damals gab es noch kein Internet. Deshalb war ein Bild bereits multimedial. Daneben habe ich noch etwas Radio gemacht, allerdings begann ich erst nach meinem Studium als Bauingenieur und dem Nachdiplom am MAZ so richtig im Journalismus zu arbeiten.</p>
<p><strong>Weshalb würdest Du Dich heute noch einmal für diesen Beruf entscheiden?</strong></p>
<p>Ich finde es einen tollen Job. Wenn man ein neugieriger, offener und unvoreingenommener Mensch ist – und das bin ich – der andere Menschen gerne hat, lernt man jeden Tag etwas Neues kennen. Zudem liebe ich das Geschichtenerzählen.</p>
<p><strong>Bei joiz arbeitest Du vor allem mit jungen Leuten, die erstmals im Journalismus Fuss fassen. Siehst Du Dich selbst als Vorbild von diesen?</strong></p>
<p>Das müsste man sie fragen. Ich bin ja nicht der Programmchef, dafür haben wir unsere Programmchefin Elif Erisik, die näher am Daily Business ist, als ich es bin. Aber natürlich versuche ich meine Erfahrung in einer Form weiterzugeben und so ein gutes Vorbild zu sein.</p>
<p><strong>Fühlst Du Dich mehr als Chefredaktor einer Redaktion oder als CEO einer Unternehmung?</strong></p>
<p>Wir haben eine Programmchefin und als CEO habe ich sonst sehr viel zu tun. Wenn man aber über 15 Jahre in diesem Bereich tätig war, bringt man ein gewisses Know-How mit. Wir diskutieren laufend und auch sehr offen miteinander.</p>
<p>Zudem geht es ums Geschichtenerzählen, das joiz exemplarisch versucht weiterzudrehen: das sogenannte Transmedia Storytelling. Eine neue Form, die zum Teil technologische Grundbedingungen voraussetzt, damit man es überhaupt betreiben kann. So beginnen wir zum Beispiel eine Geschichte auf einem Vektor zu erzählen, um sie dann auf einem anderen weiterzuziehen. Zuschauer können bei uns zum Beispiel ihre Fragen einbringen. Der Erfolg der Interaktion ist nicht die technologische Möglichkeit, dass man auf einem Gerät, auf einer Website oder in einer App eine Frage stellen kann. Der Erfolg ist vielmehr, wenn die Frage sinnvoll in der Sendung verknüpft wird und die Zuschauer die Möglichkeit haben, sowohl im Vorfeld, während und nach der Sendung einen Teil davon zu sein. Erst das macht es aus. Das braucht viel Erfahrung und ich bringe mich da gerne ein.</p>
<p><strong>Mit dem Ausprobieren entstehen auch Fehler. Sollte diese trail-and-error-Kultur im Schweizer Journalismus verstärkt werden?</strong></p>
<p>Wer sagt, er wisse wie alles funktioniert, hat einfach nicht Recht. Man kann im Voraus nie sagen, wie etwas funktionieren wird. Vor joiz habe ich unter anderem bei SF Spezial gearbeitet. Da hatte ich eine ziemlich offene Plattform des Schweizer Fernsehens, um neue Format- und Themenwochen auf verschiedenen Vektoren auszuprobieren. Deshalb kann ich nicht sagen, ich hätte das Ausprobieren total vermisst und könne es erst jetzt endlich machen. Es ist klar, dass wir mit unserem kleinen Unternehmen nicht derart in der Öffentlichkeit stehen, dass jeder Fehler auf die Goldwaage gelegt wird und einen die Sonntagszeitungen kleinschreiben, wenn man etwas falsch macht. Das gibt uns Möglichkeiten, bei welchen andere vielleicht noch zurückhaltender und risikoscheuer sind. Wir riskieren Vieles, manchmal funktioniert es, manchmal geht nur ein Teil auf. Dafür geschehen vielleicht Dinge, die man so in dieser Intensivität nicht erwartet hätte.</p>
<p><strong>Welche Fehler muss ein junger Journalist zu Beginn seiner Karriere machen, um das Business zu begreifen?</strong></p>
<p>Ich rate immer allen, sie sollen einfach loslegen. Viele junge Menschen sagen, sie möchten Journalist werden, dann frage ich immer: Hast du schon irgendetwas geschrieben, egal ob für die Pfadi-Zeitung oder in einem Blog? Als Journalist muss du einen gewissen Drang haben, was du irgendwo erfährst anderen mitteilen zu wollen. Nur für sich selbst etwas zu machen und zu denken, es wäre eigentlich schon noch cool, Journalist zu sein, macht mich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Sämtliche Journalisten bei joiz waren zuvor in irgendeiner Form journalistisch tätig. Diese Leute haben Neugier, Tatendrang und ein journalistisches Grundverständnis. Der Rest geben wir ihnen mit.</p>
<p><strong>Sind das auch die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften, die Du von jungen Journalisten erwartest? </strong></p>
<p>Neugierde ist ganz gross geschrieben. Doch auch eine gewisse Skepsis, nicht immer gerade alles zu glauben und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, erwarte ich von jungen Journalisten. Was beim Fernsehen dazu kommt: Man muss ein Teamplayer sein. Im multimedialen Journalismus wird das noch viel wichtiger werden. Denn man ist immer mehr auf andere Menschen angewiesen, die etwas bearbeiten, kopieren, transkodieren, filmen, schneiden, redigieren. Das trifft nicht nur auf Moderatoren, sondern auch auf klassische Redaktoren zu. Zudem erwarte ich eine Offenheit, was die eigene Arbeit anbelangt. Dass man mit viel Hingabe und Leidenschaft arbeitet und ständig versucht, sich zu verbessern.</p>
<p><strong>Da erstaunt es doch, dass viele junge Journalisten zwar Onlinemedien nutzen, um sich zu informieren, spätzer aber trotzdem in einer «traditionellen» Mediengattung arbeiten möchten?</strong></p>
<p>Vielleicht müsste man hierzu eine grundsätzlichere Diskussion führen: Was heisst überhaupt Fernsehen oder Zeitung? Ich glaube, sobald sich die Nutzungsmessung ändert – und das ist nächstes Jahr der Fall – zum Beispiel wenn ein Aufruf eines joiz- oder SF-Beitrages auf Youtube auch zur klassischen Nutzung dazugezählt wird, so nennt sich dies ebenfalls Fernsehen. So gilt nicht mehr das Gerät, der Fernseher, als Fernsehen, sondern das Bewegtbild an sich. Das nennt sich vielleicht immer noch Fernsehen, ist aber Bewegtbild auf allen möglichen Vektoren. Ich denke, dass sich dann auch die Wahrnehmung verändern wird.</p>
<p><strong>Trotzdem wird gerade Onlinejournalismus immer noch als etwas qualitativ Schlechteres gewertet. Weshalb dies? </strong></p>
<p>Wer sagt das? Ich finde diese Sicht total überholt. Es gibt sehr viele gute Beispiele, die das Gegenteil beweisen. Zum Beispiel 20 Minuten Online – dessen Redaktion bereits exemplarisch mit neuen Varianten und Grafiken ganze Stories erzählen. Das kann nur ein Onlinemedium und würde in einem Printmedium nicht funktionieren. Kommt hinzu, dass viele traditionelle Medienmarken Vertrauen und Seriosität ausstrahlen, das über Jahre aufgebaut wurde. Bei allem Respekt gegenüber jungen Marken, die brauchen auch ihre Zeit, um diese Attribute aufzubauen. Das kann man nicht einfach mit einigen lustigen Videos oder Texten aufbauen, das braucht Zeit. Das gilt auch für uns – wir sind noch nicht mal ein Jahr alt und sind noch längst nicht angekommen.</p>
<p><strong>Könnte dies auch ein Grund sein, weshalb es journalistische Berufseinsteiger eher zu traditionellen Mediengefässen zieht?</strong></p>
<p>Das müsste man diese fragen. Aber es gibt sicher Journalisten, die sagen wollen, sie arbeiten beim Tagesanzeiger oder beim Schweizer Fernsehen. Steht man abends an der Bar tönt es definitiv cooler, wenn man sagen kann, man arbeite beim Schweizer Fernsehen. Am Schluss strahlt die Marke ja auch auf die Person ab. Das sah ich auch in meiner eigenen Karriere. Rief ich als Journalist an und sagte «Schweizer Fernsehen Kassensturz», war meist am anderen Ende des Telefons für drei Sekunden Ruhe. Wenn ich jeweils als RTL-Journalist anrief, hiess es oft «Oh, ich habe gerade keine Zeit». Je nach dem steigt man auf einer völlig anderen Ebene in ein Gespräch ein.</p>
<p><strong>Insgesamt hat der Journalismus in unserer Gesellschaft einen eher schlechten Ruf. Was machst Du persönlich, um das Verständnis für unsere Berufsgattung zu verbessern?</strong></p>
<p>Ich bin nicht einer, der an viele Partys geht, um Cüplis zu trinken. Aber ich bin immer wieder dafür da, an Podiumsdiskussionen jeglicher Art aufzutreten, um unsere Position als Journalisten und auch als wichtigen Teil unseres Staates und unserer Gesellschaft darzulegen – das wird mit Social Media nicht anders. Ich glaube nicht, dass es mit den neuen Medien weniger Journalisten braucht, nur weil jeder Journalist sein kann, der drei Zeilen gerade schreiben kann. Es braucht vielmehr einen Filter, eine Übersetzung, eine Gewichtung, jemand der eine Plattform bietet und Sachen verschieden gewichtet. Wir sind Journalisten: Auch was wir auf Twitter und Facebook machen ist Journalismus.</p>
<p><strong>Welches sind die grössten Herausforderungen für junge Journalisten in Zukunft?</strong></p>
<p>Ich glaube, die Medien werden sich in den nächsten Jahren noch dramatischer wandeln. Das hat längst begonnen: Bei kleineren Regionalzeitungen findet bereits eine Konsolidierung statt. Trotzdem ist der Bruch in der Mediennutzung noch nicht im Werbemarkt angekommen. Man kann mit klassischen Produkten immer noch Geld verdienen. Das wird sich ändern, 100%ig. Gleichzeitig wissen wir, dass man online noch nicht wirklich Geld verdienen kann. Am Ende des Tages muss ein Medium auch finanziell erfolgreich sein, damit es langfristigen Bestand hat. Deshalb erwarte ich in den nächsten Jahren fundamentale Veränderungen in diesen Formen. Das bedeutet vor allem Unsicherheit. Dass jemand mit 30 Jahren bei einer Zeitung als Journalist anfängt und mit 65 am selben Ort in Rente gehen kann, wird es in Zukunft kaum geben.</p>
<p><strong>Was bedeutet dies aus finanzieller Sicht? Es wird immer mehr gespart, vor allem bei den Löhnen von jungen Journalisten. </strong></p>
<p>Was heisst das, es wird immer mehr gespart?</p>
<p><strong>Dass zum Beispiel der Antrieb, im Journalismus zu bleiben, nicht mehr derselbe sein wird?</strong></p>
<p>Ich bin skeptisch, wenn einer nur wegen des Lohnes einen Beruf ergreift. Das mag bei einer Bank funktionieren, nicht aber im Journalismus. Einverstanden, wenn jemand nicht mehr von seiner beruflichen Tätigkeit leben kann, dann haben wir und die Gesellschaft ein Problem. Aber wenn einer sagt «Ach, ich verdiene 1000 Franken mehr, wenn ich irgendwo in die PR gehe», dann soll er in die PR gehen. Denn dann ist er kein wahrer Journalist.</p>
<p><strong>Gespart wird auch bei Berufseinstiegern, die erste Erfahrungen sammeln. Welche Entwicklung folgt auf die «Generation Praktikum»?</strong></p>
<p>Klar, der Spardruck ist da. Aber ich muss sagen, wenn ein Medium Praktikanten nur zum Sparen anstellt, so steht es schlecht um diese Unternehmung. Ein Praktikum ist allerdings auch eine Chance – eine für beide Seiten. Eine Chance, damit der Praktikant ausprobieren kann, ob er in diesem Betrieb oder in diesem Beruf wirklich Fuss fassen will. Eine Chance aber auch für die Unternehmung. Man merkt nach drei Monaten sehr schnell, wen man wirklich behalten möchte. Wir investieren ziemlich viel in unsere Praktikanten, niemand arbeitet bei uns gratis. Unser Ziel ist klar: Wer sich bewährt, dem versuchen wir eine Festanstellung zu geben.</p>
<p><strong>Gibt es auch Dinge, die gestandene Journalisten von jungen Berufskollegen lernen können?</strong></p>
<p>Sicher, jeden Tag. Zwei Beispiele: Als gestandener Journalist – wie du sagst – weiss ich, wie man Geschichten erzählt. Die jungen joiz-Journalisten wissen im Gegenzug viel besser, wie ihre Generation funktioniert. Das zeigt sich schon an der Wortwahl. Ich lasse ihnen dabei freie Hand. Sie treffen die Sprache unseres Zielpublikums. Ich glaube, das gilt für jedes Medium. Ein erfahrener Journalist, der 50- oder 55-jährig ist, müsste ja auch ein Interesse haben, dass ihn 20-Jährige lesen. Ein anderes Beispiel ist die Mediennutzung: Ich sehe immer wieder, auch wenn ich mit älteren Kollegen spreche, dass sie mich ganz erstaunt fragen, wie ich mit all diesen neuen Technologien überhaupt umgehen könne. Oft sind grosse Vorurteile im Raum. Aber wenn du dann mit ihnen sprichst und sie fragst: Hast du ein Profil bei Facebook, hast du schon mal irgendwo etwas gepostet oder geliked, folgt immer ein «Oh neinein». Die Mediennutzung verändert sich, junge Journalisten leben uns dies tagtäglich vor. Deshalb muss man einfach offen und neugierig sein. Ich frage immer wieder, wie die Jungen bei uns Medien nutzen, wann sie online gehen, was sie im Internet machen, wie sie auf einer Seite navigieren usw. Es gibt so viele Sachen, die interessant sind und wir von der jüngeren Generation lernen können. Ich sage dies ganz bewusst, da ich selbst eigentlich zwei bis drei Generationen älter bin als diese Leute. Von ihnen will ich lernen: Jeden Tag!</p>
<hr />
<p><span style="font-size: x-small;">Dieser Artikel wurde zuerst auf <a title="jungejournalisten.ch" href="http://jungejournalisten.ch/?p=284" target="_blank">jungejournalisten.ch</a> veröffentlicht.</span></p>
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</ul>
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		<title>«Wer einmal online gearbeitet hat, sieht die Beschränkungen der anderen Medien»</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 18:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenzunft]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Solche und ähnliche Fragen stelle ich in der losen Interview-Serie «Unsere Zukunft». Ein Gesprächspartner fiel mir mit seinen innovativen Ideen und seinem optimistischen Ansatz besonders auf: Hansi Voigt, Chefredaktor bei 20 Minuten Online. &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/03/07/hansi-voigt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Solche und ähnliche Fragen stelle ich in der losen Interview-Serie <a title="Interview-Serie: «Unsere Zukunft»" href="http://jungejournalisten.ch/?cat=15">«Unsere Zukunft»</a>. Ein Gesprächspartner fiel mir mit seinen innovativen Ideen und seinem optimistischen Ansatz besonders auf: Hansi Voigt, Chefredaktor bei 20 Minuten Online.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-1136"></span></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img title="Hansi Voigt, Chefredaktor 20 Minuten Online" src="http://jungejournalisten.ch/images/Hansi_Voigt.jpg" alt="Hansi Voigt, Chefredaktor 20 Minuten Online" width="200" height="233" /><p class="wp-caption-text">Hansi Voigt, Chefredaktor 20 Minuten Online</p></div>
<p><strong>Weshalb haben Sie sich vor vielen Jahren entschieden, Journalist zu werden?</strong></p>
<p>Weil ich Meinungen einholen und Inhalte erzählen schon immer wichtig und spannend fand.  Ausserdem glaube ich, dass Geschichten erzählen immer eine Zukunft hat.</p>
<p><strong>Was entgegnen Sie jungen Journalisten, die ängstlich in die Zukunft blicken, da man ihnen eintrichterte, ihr Beruf habe keine Zukunft?</strong></p>
<p>Wenn ich vor Journalistenschülern sitze, merke ich tatsächlich oft eine grosse Skepsis. Ich versuche die Leute aufzumuntern und erkläre ihnen, dass sie ja nicht Drucker, sondern Journalist werden. Gute Inhalte sind immer gesucht, egal in welchem Medium. Ausserdem bin ich überzeugt, dass Journalisten im Mediengeschäft wieder eine grössere Wichtigkeit erhalten. Denn die Journalisten und deren Inhalte werden das einzige Unterscheidungsmerkmal der Verleger sein. Heute wichtige Produktionsfaktoren wie Druckerei und Vertrieb werden in einer digitalen Welt marginalisiert. Es bleiben die Journalisten.</p>
<p><strong>Dazu gehört auch ein journalistisches Verständnis, in Zukunft nicht mehr nur für einen Kanal zu produzieren. Ist diese Denke bei 20 Minuten bereits etabliert?</strong></p>
<p>Man muss die Kanäle, auf denen man seine Inhalte anbietet, spezifisch bespielen können. Ich glaube deshalb nicht an eierlegende Wollmilchsäue. Woran ich aber glaube, ist ein offener, angstfreier Austausch. Wir haben zwischen Print und Online diverse Regeln festgelegt. Das Hauptstichwort heisst aber absolute Transparenz und Austausch. Wir sind hier auf der Suche nach Synergien schon sehr weit gekommen, ohne die Qualität der einzelnen Channels zu beeinträchtigen und ohne eine Schaukäserei zu betreiben, die sich Newsroom nennt.</p>
<p><strong>Fragt man angehende Journalist/Innen, äussern sie sich oft negativ über Onlineportale, obwohl sie selbst fast nur Onlinenews konsumieren. Wie deuten Sie diese Verzerrung?</strong></p>
<p>Als junger Journalist kann ich nachvollziehen, dass einen die grossen Printtitel reizen, werden doch die Marken noch immer stark über Printprodukte definiert. Doch wer einmal online gearbeitet hat, sieht die Beschränkungen der anderen Medien bzw. die Möglichkeiten im Online-Bereich.</p>
<p><strong>Weshalb hat Onlinejournalismus trotzdem einen solch schlechten Ruf?</strong></p>
<p>Das hängt natürlich mit den Ressourcen zusammen: Bei 20 Minuten Online beschäftigen wir 65 Vollzeitmitarbeiter. Der Anspruch, an 365 Tagen während 24 Stunden relevante Nachrichten zu produzieren, ist aber eigentlich ziemlich masslos. Vergleicht man dies mit einer Printredaktion, die «nur» 220 Ausgaben pro Jahr produziert, merkt man, dass die Personaldecke immer noch relativ dünn ist. Was mein Chef natürlich ganz anders sieht! (lacht)</p>
<p><strong>Wo rekrutieren Sie Journalisten mit einem gewissen Onlineverständnis?</strong></p>
<p>Ab Stange gibt’s da nicht viel zu holen. Wir stellen fest, dass Fachhochschulabgänger zwar journalistisch noch nicht so sicher sind, dafür in der Multimedialität schon viel offener denken. Die gestandenen Print- oder Radioleute sind journalistisch stark, denken aber noch nicht so schnell über alle Medienformen hinweg. Fertige Onlinejournalisten gibt es kaum, den Reifeprozess müssen wir selbst übernehmen.</p>
<p><strong>Welches ist die Essenz, die Onlinejournalismus ausmacht?</strong></p>
<p>Die wichtigsten Punkte sind immer dieselben: Sorgfalt, Neugierde, Fairness und Präzision. Arbeitet man online, kommt ausserdem die Möglichkeit, Geschichten verschieden zu erzählen, hinzu. Ein guter Online-Journalist nutzt seine kreativen Möglichkeiten, anders zu erzählen. Man kann einen Text abtippen, Inhalte in Quizform präsentieren, zur Illustration ein Video selbst drehen oder nach einem solchen suchen. Zudem müssen Onlinejournalisten vom Start weg viel mehr Eigenverantwortung übernehmen – kein Chef kann seine Online-Mitarbeiter 24 Stunden lang kontrollieren.</p>
<p><strong>Trotz der höheren Verantwortung verdienen Printjournalisten noch immer mehr als ihre Onlinekollegen. Können Sie sich dies erklären?</strong></p>
<p>Das hat natürlich mit der Altersstruktur zu tun. Ist der Durchschnittslohn bei einer NZZ-Printredaktion höher, so ist gleichzeitig auch das Durchschnittsalter höher. Journalisten bei 20 Minuten Online verdienen dasselbe wie ihre Printkollegen. Sollte es noch immer Redaktionen geben, in welchen ein Printjournalist als Anfänger mehr bekommt als ein Online-Novize, so halte ich dies für dumm und wenig zukunftsgerichtet.</p>
<p><strong>Haben Sie gelegentlich Mühe mit dem Journalismusverständnis älterer Berufskollegen, die sich noch immer als Welterklärer hervorheben und dabei ihre Leserschaft aus den Augen verloren haben?</strong></p>
<p>Das nehme ich zur Kenntnis und wundere mich dabei. Ich befürworte ausdrücklich einen Journalismus, der in Korrespondenz mit den Lesern steht. Nicht nur Senden, sondern auch Empfangen. Das bringt nicht nur uns enorm viel. In der Sendung «Wer wird Millionär» ist der sicherste Joker stets der Publikumsjoker, da er zu 70 oder 80% die richtige Lösung offenbart. Das ist ein plumpes Beispiel, aber auf die Intelligenz und den Input der Masse im Journalismus des Jahres 2012 aus Eitelkeit oder aus Angst um seine elitäre Position zu verzichten, halte ich für antiquiert.</p>
<p><strong>Welchen Fehler sollte jede/r Jungjournalist/in einmal gemacht haben?</strong></p>
<p>Jeder junge Journalist schätzt zu Beginn seines Arbeitsalltages die Ressourcen falsch ein. Oft schlagen mir neue Leute zu Beginn eine Riesenarbeiten vor und setzen sich dann zwei Wochen daran, um bei der Veröffentlichung festzustellen, dass die Geschichte nicht mehr angeschaut wird als eine Agenturgeschichte, die vielleicht in zehn Minuten produziert wurde. Was macht man mit dieser Erkenntnis? Nur noch Agenturgeschichten produzieren? Nein, das wäre völlig falsch. Aber man muss daran denken, dass man den Artikel mit dem grossen Aufwand auch gross verkaufen muss. Erst dann lohnt es sich.  Diese Ökonomie erschliesst sich aber erst mit der Zeit. Und das ist auch gut so.</p>
<p><strong>Was können Journalisten, die bereits seit längerer Zeit im Beruf stehen, von jüngeren Kollegen lernen?</strong></p>
<p>Enthusiasmus.</p>
<p><strong>Wie beobachten Sie die Entwicklung, dass sich Journalisten im Netz dank neuer Medien selbst zu einer Marke etablieren?</strong></p>
<p>Das ist sicher gut. Jeder soll sich so teuer wie möglich machen. Allerdings ist es wichtig, als Journalist nicht nur für die eigenen 50 Twitter-Follower zu schreiben, sondern ständig das gesamte Publikum im Auge zu behalten. Sonst wird man wieder von der Eitelkeit getrieben und der journalistische Service verschwindet.  Die Gesamtmarke der Medienprodukte wird die der einzelnen Journalisten aber immer überstrahlen.</p>
<hr />
<p><span style="font-size: x-small;">Dieser Artikel wurde zuerst auf <a title="jungejournalisten.ch" href="http://jungejournalisten.ch/?p=275" target="_blank">jungejournalisten.ch</a> veröffentlicht.</span></p>
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		<title>Digitaler Service public: Über Inhalte reden</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 11:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podiumsdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Radio und Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Südwestrundfunk]]></category>
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		<description><![CDATA[Die öffentlich-rechtlichen Medien sind längst im Online-Zeitalter angekommen. Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Was der Service Public in Radio und TV bietet, muss auch im Netz möglich sein. Karlsruhe, Redaktion des Südwestrundfunks SWR, 9 Uhr, Wochensitzung. Neben &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/02/09/digitaler-service-public/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die öffentlich-rechtlichen Medien sind längst im Online-Zeitalter angekommen. Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Was der Service Public in Radio und TV bietet, muss auch im Netz möglich sein.</strong></p>
<p><span id="more-1126"></span></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 660px"><a href="http://konradweber.ch/images/swr-studio-karlsruhe.jpg" rel="lightbox[1126]"><img title="Redaktionssitzung im Studio Karlsruhe des Südwestrundfunks." src="http://konradweber.ch/images/swr-studio-karlsruhe.jpg" alt="Redaktionssitzung im Studio Karlsruhe des Südwestrundfunks." width="650" /></a><p class="wp-caption-text">Redaktionssitzung im Studio Karlsruhe des Südwestrundfunks.</p></div>
<p>Karlsruhe, Redaktion des Südwestrundfunks SWR, 9 Uhr, Wochensitzung. Neben einem kurzen Rückblick werden die Themen für die kommenden sieben Tage besprochen. Etwas fällt dabei auf: Immer wieder wird die Frage gestellt, «machen wir diese Geschichte auch online?».</p>
<p><strong>Ständig auf Sendung</strong></p>
<p>In Deutschland ist die Bimedialität bei den Journalisten bereits angekommen. Die Radioreporter des SWR tragen ihre Kamera stets auf sich: In der Hosentasche steckt das iPhone, das sich unterwegs als ideales Sendestudio anbietet. Ergibt sich auf einem Medientermin oder während eines Interviews ein gutes Fotosujet, so wird geknipst. Muss es besonders schnell gehen – wie etwa in den frühmorgendlichen Livereportagen – werden die Bilder noch von unterwegs via Mail ins Studio geschickt. Dort nutzt man bewusst Synergien: Eine Technikerin, die ansonsten die Radiosendungen «fährt», kümmert sich gleichzeitig um die Betreuung des Webauftrittes. Da in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aus Tradition weniger textlastig sind als hierzulande, wird in erster Linie mit Bild- und Tonbeiträgen gearbeitet. Sollte es trotzdem vereinzelt vorkommen, dass ein Text geschrieben und im Web publiziert wird, so übernimmt auch hier der Chef vom Dienst, normalerweise zuständig für den Hörfunk, die Abnahme.</p>
<p><strong>Das «Traditionelle» hat (noch) Vorrang</strong></p>
<p>In der Schweiz ist die Sensibilisierung für den neuen Distributionskanal Internet ähnlich gelagert. Das verdeutlicht sich vor allem bei unvorhersehbaren Ereignissen. So geschehen im Oktober 2011: Während wenigen Stunden verursachten Niederschläge und geschmolzene Schneemassen in den Alpenregionen verheerende Hochwasser. Unverhofft stand ich als Reporter für das Schweizer Fernsehen vor Ort im Einsatz. Dank Bildern, geknipst auf einem Smartphone und direkt weitergeleitet an die Redaktion, konnte man sich auch im fernen Zürich ein erstes Bild der Lage machen und die so gewonnene Übersicht an Nutzer und Zuschauer weitergeben. Trotzdem fällt auf, dass in der Schweiz das «traditionelle» Medium noch Vorrang hat. Eigentlich logisch, muss doch die Journalistin sicherstellen, dass ihr Beitrag zur vorgesehenen Zeit im Radio oder Fernsehen gespielt werden kann. Immer öfter schreibt die Fernsehjournalistin nach Abnahme ihres Beitrages allerdings einen ergänzenden Onlinetext als Zusatz zur audiovisuellen Story.</p>
<p><strong>Wer aufteilt, verschenkt Chancen</strong></p>
<p>Die Beispiele aus dem Alltag von SWR und SRG zeigen, dass trotz ewigen Rechtsstreits und Abgrenzungsdiskussionen der öffentlich-rechtliche Journalismus längst im Webzeitalter angekommen ist. Auch wenn dies die Verleger nicht gerne sehen. Wer in solchen Situationen versucht, Text- und Bewegtbildjournalismus aufzutrennen und den verschiedenen Medienhäusern zuzuteilen – wie eben erst kürzlich in Deutschland von Verlegerkreisen vorgeschlagen – hat die Zukunft des Journalismus nicht begriffen. Einmal mehr beweist ein solcher Vorschlag nämlich den Unwillen, sich mit neuen journalistischen Erzählformen auseinanderzusetzen und selbstkritisch Experimente zu wagen. Schliesslich ist glaubwürdiger und transparenter Journalismus im Netz nicht eine Frage der Ressourcen, sondern eine Frage der persönlichen Einstellung und des dahintersteckenden Willens.</p>
<p><strong>Da rollt etwas an</strong></p>
<p>Während sich in Deutschland die Verleger und die öffentlich-rechtlichen mit Klagen eindecken, sind die Fronten in der Schweiz zum Glück noch nicht so extrem verhärtet. Die Situation zwischen den Medienunternehmen global gesehen erinnere ihn an zwei kleine Kinder in einem grossen Sandkasten, die sich um Sandburgen und Plastikformen streiten, erklärte unlängst ein TV-Experte zur Zukunft der Medien. Währenddessen nähere sich von hinten ein dicker, schwerer Bulldozer – grosse international tätige Webfirmen wie Facebook, Youtube und Twitter. Diese direkte Konkurrenz aus dem Web gelte es in den kommenden Jahren zu beachten und in die journalistische Arbeit zu integrieren.<br />
Dagegen spricht nicht, dass Service public auch in Zukunft bestehen wird – sogar und gerade im Web. Denn Service public sollte über Inhalte und nicht deren Trägermedien definiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><a href="http://medienwoche.ch/2012/02/07/uber-inhalte-reden/" target="blank">Dieser Artikel</a> wurde im Rahmen des <a title="presseverein.ch" href="http://www.presseverein.ch/2011/11/comsum12/" target="_blank">Communication Summits 2012</a> in der <a title="medienwoche.ch" href="http://medienwoche.ch" target="_blank">«Medienwoche»</a> abgedruckt.</em></p>
<p>Für die Medienwoche realisierten Michael Eugster und ich zudem einen <a href="http://medienwoche.ch/2012/02/08/%C2%ABkonstruktive-gesprache%C2%BB/" target="blank">Videorückblick</a> des Anlasses:</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/36415328?byline=0&amp;portrait=0" width="626" height="352" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
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		<title>Zur Zukunft des Fernsehens &#8211; Media Future Day 2012</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 00:07:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie konsumieren wir in Zukunft Fernsehen? Was machen wir während des Fernsehschauens und falls wir Geräte parallel nutzen: welche sind dies? Es herrscht grosse Ungewissheit im Medienmarkt. Viele neue Player haben diesen aufgemischt und altgediente Muster aufgebrochen. Über diese Entwicklung &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2012/01/27/mediafutureday-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie konsumieren wir in Zukunft Fernsehen? Was machen wir während des Fernsehschauens und falls wir Geräte parallel nutzen: welche sind dies? Es herrscht grosse Ungewissheit im Medienmarkt. Viele neue Player haben diesen aufgemischt und altgediente Muster aufgebrochen. Über diese Entwicklung diskutierten am fünften Media Future Day 2012 Experten und Publikum in den Studios des Schweizer Fernsehens &#8211; die Zusammenfassung des Tages.</strong></p>
<p><span id="more-1107"></span></p>
<p><script src="http://storify.com/konradweber/media-future-day-2012.js?border=false"></script><noscript>[<a href="http://storify.com/konradweber/media-future-day-2012" target="_blank">«Media Future Day 2012» bei Storify</a>]</noscript></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Update 1</strong> – 30. Januar 2012, 18.00 Uhr:</p>
<p>Mittlerweile hat das <a title="tpcag.com" href="http://tpcag.com" target=_blank>TPC</a> auch die Videostreams der einzelnen Vorträge hochgeladen. Diese sind hier einzeln einsehbar.</p>
<p><a href="http://emedia.tpcag.ch/?page_id=162" target="blank" title="Videos der Referenten am Media Future Day 2012"><img alt="Videos der Referenten am Media Future Day 2012" src="http://konradweber.ch/images/120130_tpc.png"></a></p>
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		</item>
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		<title>Was erwartet die Schweizer Medienbranche 2012?</title>
		<link>http://konradweber.ch/2011/12/27/ausblick-2012/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[2011 &#8211; es war das Jahr der digitalen Hypes. Journalisten en masse strömten auf Twitter und entdeckten das Web für sich. 2012 wird demnach das Jahr der digitalen Entscheidungen, in welchem sich Journalisten ernsthafter mit diesem Internet auseinandersetzen. Es folgen &#8230; <a href="http://konradweber.ch/2011/12/27/ausblick-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2011 &#8211; es war das Jahr der digitalen Hypes. Journalisten en masse strömten auf Twitter und entdeckten das Web für sich. 2012 wird demnach das Jahr der digitalen Entscheidungen, in welchem sich Journalisten ernsthafter mit diesem Internet auseinandersetzen. Es folgen sechs Höhepunkte des Schweizer Medienjahres 2012.</strong></p>
<p><span id="more-1085"></span></p>
<p>Nicht all meine Aussagen, die ich vor einem Jahr <a title="«10 Ratschläge an crossmediale Medienunternehmen fürs 2011»" href="http://konradweber.ch/2011/01/03/10-ratschlage-2011/">an dieser Stelle machte</a>, wurden im vergangenen Jahr erfüllt. Der Trend hin zu mobilem und digitalem Journalismus hat nach einem ersten Hype nun auch die Schweiz gepackt. Die Lancierung der TagesWoche, der <a title="Wie bringt man Social Media ins Radio und Fernsehen?" href="http://konradweber.ch/2011/10/05/bundesplatz/">Treffpunkt Bundesplatz</a> und der <a title="«Tagesanzeiger präsentiert neue iPad-App – eine Analyse»" href="http://konradweber.ch/2011/07/19/tagi-ipad-app/">«neue Tages-Anzeiger» auf dem iPad</a> sind nur drei solcher Beispiele. Und die Aussichten stimmen positiv: Eine Sensibilisierung für die digitale Journalismuszukunft ist in der Zwischenzeit auch in der Schweiz angekommen und an ernst gemeinten Onlineprojekten wird es auch im kommenden Jahr nicht mangeln.</p>
<p><strong>_1 Die «metered paywall» der NZZ</strong></p>
<p>Noch im ersten Quartal 2012 will die Neue Zürcher Zeitung ein neues – auf HTML5 basierendes – Layout ihrer Website vorstellen. Gleichzeitig stecken die journalistischen Inhalte neu hinter einer so genannten <a title="«Lasst es diesmal bitte funktionieren»" href="http://konradweber.ch/2011/11/25/nzz-zukunft/">«metered paywall»</a>. Mit Argusaugen wird nicht nur die Schweizer, sondern die ganze deutschsprachige Medienszene diesen Schritt verfolgen. Eine erste Bilanz wird wohl erst nach einem halben Jahr gezogen werden, nachdem sich ein erster Wirbel gelegt hat.</p>
<p><strong>_2 Fusion von SR DRS Online mit tagesschau.sf.tv</strong></p>
<p>News Online von SRF, wie die <a title="persoenlich.com" href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95582">Abteilung offiziell heisst</a>, hat bereits seit einigen Monaten ihre <a title="«Wann folgt bei SF und DRS die vollständige Konvergenz?»" href="http://konradweber.ch/2011/02/28/srf-konvergenz/">längst fällige Arbeit</a> aufgenommen. Noch im 2012 soll ebenfalls ein bedeutender Relaunch anstehen, dabei werden der Onlineauftritt des öffentlich-rechtlichen Radios mit dem Fernsehen zusammengeführt. Nachdem die Diskussionen um den künftigen Brand <a title="marketing-site.de" href="http://www.marketing-site.de/content/markenportal/news/schweizer-verschmelzen-medienmarken;74992" target="_blank">anscheinend geklärt</a> wurden, geht es nun darum, aus srf.ch eine neue Newsplattform im Internet zu positionieren. Zwischentöne von Verlegerseite sind vorprogrammiert.</p>
<p><strong>_3 Bern erhält ein neues Onlinemedium</strong></p>
<p>Von wegen Journalismuskrise. Spätestens Ende Sommer erhält die Hauptstadt mit den «Berner Online Medien» (der Name ist <a title="berneronlinemedien.ch" href="http://www.berneronlinemedien.ch/blog/?p=8" target="_blank">noch nicht definitiv</a>) ein neues Onlinemedium. Als Gegenstimme zu den letzten beiden Zeitungen aus dem Hause Tamedia (Der Bund, Berner Zeitung) ist das Projekt angedacht. Eine Stiftung mit etwas mehr als 100 Gönnern soll dabei die finanzielle Basis bilden. Das Projekt steht auf wackligen Beinen, haben die Initiatoren mit ihrer <a title="medienwoche.ch" href="http://medienwoche.ch/2011/11/10/ansporn-nachste-hurde-zu-nehmen/" target="_blank">ersten politischen Positionierung</a> ihr Zielpublikum doch bereits ziemlich eingeschränkt. Über den Aufstieg oder Fall des Projektes wird in erster Linie die Personalwahl der Redaktion(sleitung) entscheiden, die sich in den kommenden Wochen entscheiden wird.</p>
<p><strong>_4 Gestandene Journalisten entdecken Twitter</strong></p>
<p>Nachdem 2011 das Jahr des digitalen Hypes war, werden im kommenden Jahr immer mehr gestandene Journalisten die Neuen Medien für sich entdecken. «Wir machen jetzt auch auf Facebook und Twitter mit» wird sich <a title="«2012 – oder: Bleibt alles anders»" href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/23/2012-oder-bleibt-alles-anders/" target="_blank">im neuen Jahr erübrigen</a>. Bei Bewerbungen entscheiden neu vorausschauende Chefredaktoren auch auf die digitale Präsenz ihrer jungen Journalistenkollegen. Es ist selbstverständlich, dass dabei Twitter- und Facebook-Kenntnisse vorausgesetzt werden, trotzdem werden uns auch 2012 einige Journalisten <a title="tageswoche.ch" href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/pageimpression/141391/Bekehrt-Ein-bisschen-wenigstens.htm" target="_blank">ihre digitalen Bekehrungen</a> vortragen.</p>
<p><strong>_5 Datenjournalismus auf Schweizerisch</strong></p>
<p>Neben den Neuen Medien entdecken Schweizer Journalisten 2012 endlich auch die Möglichkeit, Daten multimedial in Geschichten zu verpacken. Nachdem in Deutschland bereits im 2011 erste vielversprechende Gehversuche gemacht wurden, erkennen auch Schweizer Medienschaffende die Notwendigkeit sich mit dem <a title="datenjournalist.de" href="http://www.datenjournalist.de/neues-von-der-definition-des-datenjournalismus/" target="_blank">Thema «Datenjournalismus»</a> auseinanderzusetzen. Bleibt nur die Frage zu klären, welches Schweizer Projekt der <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten" target="_blank">«Vorratsdaten-Visualisierung» von ZEIT Online</a> das Wasser zu reichen vermag.</p>
<p><strong>_6 Wo bleibt die Onlineausbildung für junge Journalisten?</strong></p>
<p>Und dann wäre da noch die Ausbildung junger Journalisten. Obwohl immer mehr gestandene Medienschaffende Online als zusätzlichen Kanal verstanden haben, hinkt die Journalismusausbildung auch im kommenden Jahr den Entwicklungen hinterher. Ein Kollektiv von jungen Journalisten nützt diese Lücke und lanciert deshalb die <a title="jungejournalisten.ch" href="http://jungejournalisten.ch/?p=172" target="_blank">ersten Schweizer Jugendmedientage</a>, die im Herbst 2012 durchgeführt werden. Neben jungen Journalisten aus dem ganzen Land finden auch Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich zu diesem mehrtägigen Anlass zusammen. Denn die jungen Journalisten von heute haben begriffen, dass ihr seriös geführtes Handwerk nicht nur im neuen Jahr, sondern auch darüber hinaus mehr denn je gefragt ist.</p>
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