2 von 36

Lautes Geschnatter beim Hamburger Rathaus

Hamburg dpa, 22.11.11

Artikel für die Deutsche Presse-Agentur, dpa

«Schwanenvater» Nieß hat am Dienstag in Hamburg «seine Kinder» ins Winterquartier gebracht. Rund 30 Vögel konnte er einfangen. Von Konrad Weber, dpa

«Schwanenvater» Olaf Nieß fährt seine Schwäne zum Eppendorfer Mühlenteich am 22. November 2011. Foto: Angelika Warmuth (dpa)

«Schwanenvater» Olaf Nieß fährt seine Schwäne zum Eppendorfer Mühlenteich am 22. November 2011. Foto: Angelika Warmuth (dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Wildes Flügelschlagen und lautes Geschnatter am Dienstagmittag bei der Rathausschleuse in Hamburg. «Schwanenvater» Olaf Nieß und sein Team treiben rund 30 Tiere mit zehn Booten in die Rathausschleuse. Dort warten bereits erste Vögel, um in die Schleuse eingelassen zu werden. «Den älteren Schwänen ist das Prozedere längst bekannt. 15 bis 20 Tiere schwammen bereits selbstständig zum Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich», sagte Nieß. Dort verbringen sie die kommenden vier Monate.

Das Einfangen der Schwäne hat in Hamburg Tradition. Seit dem 11. Jahrhundert kümmern sich die Hanseaten um die weißen Vögel. Mehrere Fernsehteams und hunderte Schaulustige verfolgen denn auch das Geschehen von der Schleusenbrücke beim Rathaus. «Gesunde Schwäne haben Symbolcharakter und waren bereits im Mittelalter ein Hoheitszeichen für freie und wirtschaftlich florierende Städte», berichtete der 44-Jährige. «Wir machen dies nicht nur wegen der tiefen Temperaturen, sondern vielmehr, weil die Schwäne in ufernahen Gebieten der Alster einfrieren könnten», sagte Nieß.

Seit 25 Jahren fährt der «Schwanenvater» die Tiere in mit Stroh ausgelegten Booten zum Mühlenteich. «Dort ist es ruhig, und durch ständiges Fließen bleibt der Teich auch in harten Wintern eisfrei.» In den vergangenen Monaten wurde das Winterquartier der Schwäne ausgebaut. Deshalb sei man mit dem Umzug in diesem Jahr etwas verspätet, sagte Nieß. Die übrigen Schwäne, die am Dienstag noch nicht eingefangen werden konnten, wird er mit seinen Mitarbeitern in den kommenden Tagen einzeln einsammeln.

(Hamburg - 22.11.11)