4 von 36
Tierische Weihnachten unter traurigen Umständen
Hamburg dpa, 3.12.11
Artikel für die Deutsche Presse-Agentur, dpaDie Einnahmen aus Erbschaften und Spenden gehen deutlich zurück. Derzeit bevölkern zudem 1100 statt wie üblich 800 Tiere das Heim an der Süderstraße in Hamburg. Von Konrad Weber, dpa
Der Nikolaus beschenkt am 4. Dezember 2011 im Tierheim Süderstraße in Hamburg den sieben Monate alten Maine-Coon-Kater Billy mit Leckereien. Foto: Bodo Marks (dpa)
Hamburg (dpa/lno) - Mit Leckerli, Spielzeug und einer Extraportion Streicheleinheiten sind die Vierbeiner des Hamburger Tierheims an der Süderstraße am Sonntag bei einer Weihnachtsfeier verwöhnt worden. Drei Wochen vor Heiligabend besuchte der Weihnachtsmann die Tiere. Das Fest war allerdings nur eine kleine Verschnaufpause, denn das Heim hat große finanzielle Sorgen. «Mit aktuell über 1100 Heiminsassen haben wir zu dieser Jahreszeit einen neuen Höchststand erreicht», sagte Tierheimsprecherin Lisa Monkau. Normalerweise seien kurz vor Weihnachten nur rund 800 Tiere in ihrer Obhut.
Mehr Tiere und zugleich weniger Spender machen dem Tierheim zu schaffen. «Wir mussten in den letzten beiden Jahren einen Mitgliederschwund von 6000 auf aktuell 4300 Personen hinnehmen»,
erklärte Monkau. Seit zwei Jahren lebe man von angesparten Reserven. Monatlich verbraucht das Heim 100 000 Euro, die mit Spenden wieder eingebracht werden sollten. Allein für 2011 wird mit einem Verlust von 770 000 Euro gerechnet.
Doch nicht nur das Tierheim in Hamburg leidet unter Geldnöten. «In den letzten fünf Jahren hat der Bestand an Tieren in deutschen Heimen um mehr als ein Drittel zugenommen», erklärte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel. Laut den Tierschützern sei die globale Wirtschaftskrise mit ein Grund für die Zunahme der Zahl der abgegebenen Tiere und den Rückgang der Spenden.
Im Hamburger Tierheim Süderstraße will man aber nicht aufgeben. «Die Stimmung unter den 95 Mitarbeitern ist gut. Unsere Hoffnung beruht nun auf einer groß angelegten Mitgliederaktion im kommendem Frühjahr», betonte Monkau.
(Hamburg - 3.12.11)
- «Die Welt» publizierte den Artikel: «Tierheim braucht mehr Geld»




